Zurück zur Übersichtsseite von Alle unsere Lieder
Alle meine Lieder
Alle meine Lieder sang ich dir ins Ohr
Und sie bauten Nester in den Bäumen deines Herzens.
Alle meine Lieder schwangen sich empor zum Licht
Nur das eine nicht, jenes eine Lied
Das ich niemals singe.
Alle meine Lieder haben dich berührt
Ließen deine Seele wie ein Saitenspiel erklingen
Alle meine Lieder sang ich ganz und gar für dich
Nur das eine nicht, jenes eine Lied,
Das ich niemals singe.
Jenes eine Lied
Es wird bei mir sein, wenn du mich verläßt
Und ich bleib allein, wenn du vor mir fliehst
Und in allen meinen Liedern nur noch Klagen siehst.
Jenes eine Lied sing ich nur für mich
Und es bleibt bei mir, läßt mich nie im Stich
Selbst im kalten Wind, in dem alle andren Lieder
Schon zerstoben sind.
Alle meine Lieder hast du längst verlor´n
Neue, fremde Töne bringen jetzt den Herz zum Schwingen
Alle meine Lieder – oh, sie fehlen mir so sehr
Und es fällt mir schwer, jenes eine Lied ganz allein zu singen
Alle meine Lieder sind schon lange stumm
Sind mit dir gegangen auf dem Weg, den ich nicht kenne
Alle meine Lieder will ich holen mir zurück
Zieh sie Stück für Stück aus dem einen Lied
Das ich immer singe.
Jenes eine Lied
Ist aus Blut und Schweiß
Ist aus roter Glut
Und aus starrem Eis
Aus vergangnem Leid
Und aus all den Scherben
Dieser unerlösten Zeit
Ist aus Himmelsblau
Und aus grauem Stein
Ist aus Lebenslust
Und aus Schreckenspein
Aus dem Widerspruch
Der mich wanken läßt
Und der die Schranken niederpreßt.
Jenes eine Lied
Sing ich nur für mich
Und es bleibt bei mir
Läßt mich nie im Stich
Selbst im kalten Wind
In dem alle andren Lieder
Schon zerstoben sind.
musik & text: karan © 2001
bühnenversion singvøgel: e-bass, schlagzeug, gitarre, gesang
CD: karan – “dem einen leben”



