Es ist soweit! Die gefürchtete aber übliche “mid-FAWM”-Schreibblockade schlägt ihre eisigen Krallen in die FAWMenden Singvøgel. Blutleere macht sich breit, vor allen im Hirn. Das beste Gegenmittel gegen derlei Unbill ist das Ausführen möglichst unvernünftiger Tätigkeiten. Aus diesem Grunde habe ich mir ein paar Griffe auf der Ukulele beigebracht und mich nach Kräften gegen die kreativitätsfressende Invasion gewehrt:
Wir Singvøgel geben unseren Instrumenten Namen. Meine akustischen Gitarren haben natürlich auch welche:
Die 12-String, “Gerry”, heißt so nach dem großartigen irischen Songwriter Gerry O’Beirne (der allerdings von dieser Tatsache keine Ahnung hat ). Außerdem ist meine Gerry eindeutig weiblich.
Meine kleine Reisegitarrre, “Waldfee”, begleitet mich auch an Orte, an denen noch nie zuvor eine Gitarre gewesen ist.
Und dann ist da natürlich noch die geliebte “Holzrose”, Geschenk meiner lieben Eltern zu einem runden Geburtstag.
Alle drei waren mal Bäume. Und ich glaube, sie haben dieses Lied geschrieben, nicht ich.
Hundert Jahre Wald.
Hundert Jahre Wurzeln.
Hundert Jahre Wind in den Blättern, Sonne über mir.
Hundert Jahre Baum.
Hundert Jahre Wachsen.
Hundert Jahre wirbelndes Leben, ich war immer hier.
Während FAWM ist der Schweinehund zusammen mit meinem gefesselten und geknebeltem inneren Kritiker im Keller eingesperrt. Wie ich das Biest kenne, wird er sich spätestens im März durch die Wand genagt haben. Aber ich bin nicht unvorbereitet!
Schweinehund, ich hab dich nicht gebeten
mir wieder und wieder auf die Zehen zu treten!
Deine Zunge hängt dir sabbernd aus dem Maul,
du sagst mir, ich sei dumm und faul (Oh ja, das sagst du!)
Jeden Morgen, wenn der Wecker klingelt,
hast du dich vor dem Bett zusammengeringelt.
Ich fall’ über dich drüber und stolper’ in den Tag …weiterlesen »
Als ich vier Jahre alt war, nahmen meine Eltern mich mit auf einen Segelflugplatz, wo mein Vater zu einem Rundflug startete. Ich war höchst empört, daß er mich auf dem Boden zurückließ! Damals begann meine lebenslange Faszination für die Fliegerei, besonders für ihre frühen Pionierinnen wie Elly Beinhorn oder Amelia Earhart. Über die Mythen, die sich um Earharts Verschwinden ranken, las ich kürzlich einen Artikel. Und wurde zu diesem Lied inspiriert.
Ich steig auf die Bäume
und schau in die Wolken,
sie hängen zu niedrig,
der Himmel bleibt fern. …weiterlesen »
In meinen jungen Jahren faszinierten mich uralte U.S.-Aufnahmen: aus den Geburtszeiten des Blues, oder gar kurz davor… alte Haudegen wie Leadbelly. Und auch große Blueser späterer Tage - wie John Lee Hooker z.B. - nahmen mitunter Songs auf, die älter klangen als diese großartigen Blues- und Rock-Väter selber waren: Ich meine Songs und Gesänge im Blues-Sound und mit Blues Feeling - aber bevor sich das später so typische Blues-Schema etabliert hatte.
Nuja - und gerade in diesen hochmodernen heutigen Cyber-Tagen oder -Nächten stehe ich myself I oft an ureinsamen Bahnsteigen jenseits der Zivili´city herum - auf irgendeine Bimmelbahn wartend, in der bloßen Hoffnung, dass die überhaupt noch kommt. Während mein Blick über weite verschneite Felder streift… irgendwo in der deutschen Provinz. Der Wind ist kalt meist, und es regnet oft.
Ich steh im Regen
Wart´ auf dich
Ich steh im Regen
Du kommst nicht …weiterlesen »
“Solang wir den Tod nicht verstehen, können wir das Leben nicht begreifen.” - Wer immer dieses Zitat urhob, hatte recht. Bin nah am Thema dieser Tage. Der kürzliche Tod meines Vaters hat meine Weltsicht da durchaus nochmal verändert - oder wenigstens vertieft. Und sei´s dahingehend, dass sich Sex noch etwas heiliger anfühlt als vordem. Das Lied - genauer: das Fragment - hätte ich gern mehr grooven lassen, so dass man dazu tanzen möchte. Vielleicht fällt Sven da was ein… Der etwas, äh, katzenartige Gesang ist eher Versehen: zum einen durch einen Flanger gejagt, zum andern wirklich nur die pure Idee festgehalten. Soll noch ekstatisch werden! Beim Donar (dem ollen funky god mit dem Groovehammer)
Wir müssen alle sterben
Und das Gute daran ist
Dass keiner weiß wann …weiterlesen »
Einmal mehr wird hier bewiesen: Intellektuelle können keinen Rock´n´Roll spielen! Vor lauter Überlegungen, welche Musikstile eigentlich auch noch interessant wären zu erlernen, oder an welchen man sich versuchte und vielleicht nicht so optimurks klarkam damit, versäumt der Held unserer kleinen Satire doch glatt, auch nur das Eingangsriff fertig zu spielen. Was wiederum auch was Gutes hat, da das von Chuck Berry ist - wir aber wiederum gar nicht glaubten, dass der Vater des R´n´R tatsächlich etwas von jenem Geld sähe, dass die Maf-, äh, GEMA mir aus der Tasche zöge, wagte ich es in diesem Jahrtausend, Cuck zu zitieren (as thousands of rockers did last century). Aber wie auch immer: Hier also der ultimativ vergebliche Versuch, alteuropäisch grüblerischen Denkergeist mit einfacher angloamerikanischer Musik zu vereinen…
Rock und Roll ist wundervoll
Und ich spiel ihn auch ganz doll… …weiterlesen »
Musste ich einfach mal kurz anmerken, vulgo in die Welt hinaussingen… Obwohl ich keine brauchbare Pritsch, äh, Bridge (= musikalische Überleitung zwischen zwei verschiedenen oder in dem Fall baugleichen Songteilen) fand: aber derlei so halbgar zu belassen, wie´s ist, is´ ja der Sinn oder auch Spaß von FAWM.
Behalf mich dann damit, leise zu beginnen und allmählich energischer zu werden. Am besten ihr singt alle mit!
Es gibt keinen Grund zu revoltieren
Es gibt keinen Grund, sich aufzuführen
Es gibt keinen Grund, Gründe aufzuspüren
Für das Lamm, für das geduldige Lamm
Nur für das Lamm, für das geduldige Lamm
1.Warum zählt Fernsehen nicht zu den Betäubungsdrogen?
Warum werden Nazis nicht nach Texas abgeschoben?
Warum werden Politiker nicht eingesperrt
Wie Diebe, die man doch auch nur einmal überführt?
Es gibt keinen Grund…
Warum dürfen Zocker an der Börse spielen?
Warum gehört das Land den Wenigen, anstatt den Vielen?
Wer behält das Geld, das ich bezahlen muss?
Wem nützt ungehinderter Warenfluss? …weiterlesen »
“Nichts Neues…” sagte Brigh. “Großartig!” meinte Karan. Vielleicht stimmt ja beides: Der Song bin ich. Lyrics und Musikidee meine ich: Über die Ad-hoc-Aufnahme schweige ich mich höflich aus…
Ich brauch die doppelte Portion
Nicht nur beim Essen, auch beim Sex
Und selbst beim Bücherlesen
Halt ich mich nicht immer an den Text
Mir ist das Weinglas meist zu klein
Und auch der Kaffee viel zu schwach
Espresso schwarz schläfert mich ein
Doch zwei, drei Bier halten mich wach
Am allerliebsten presch ich vor
Und lasse Schlachtfelder zurück
Doch nur ein Lidschlag und ein Lächeln sind… …weiterlesen »
“Hör mal selber hin”, sagte Duke heute beim Aufnehmen bei der Stelle “Immer mehr wagen als fürchten”. Recht hat er. Darum bekommt mein innerer Schweinehund das jetzt täglich vorgesungen.
Immer mehr aufstehen als hinfallen.
Immer mehr gehen als stehn.
Immer mehr lieben statt Liebe verschieben,
nur weil wir den Weg noch nicht sehn.
Immer mehr unter die Haut gehn.
Immer mehr tun, Hand in Hand.
Immer mehr Herz auf der Zunge getragen
und Auge in Auge erkannt.
Ein Akkord - A-Dur - reicht für sowas, oder? Eingespielt mit Chica (Stadelmann-Stratocaster) über Bo (Fender Twin Reverb) - und dem Eibenbass, den ich zu meinem 50. Geburtstag bekam von lieben Freunden.
Geld knapp – Stress viel
Immer ich – Scheiß-Spiel
Wen juckt´s – keinen
Gib mir meinen
Danke, gut – ich lach
Isses auch zum Weinen´
…jetzt auch mal mit: bei “February Album Writing Month”. Für meine greise Mama: die gerade ihr Gedächtnis verliert. Was ziemlichen Orga-Stress für mich bedeutet - Arztbesuche, Betreuung usw. usf. - und meinen Terminkalender noch mehr durcheinander bringt als er eh schon ist. Da kommt´s auf ein paar neue Liederskizzen auch nicht mehr an - vielleicht helfen sie mir, den Tag zu bewältigen… und nicht soviel nachzudenken.
Ich werde alt. Das merke ich an immer heftigeren Ausbrüchen hemmungsloser Nostalgie. Hier erinnere ich mich an endlose einsame Autofahrten zwischen Deutschland und England.
Und den Weg in die Wildnis habe ich mittlerweile gefunden (sie besteht allerdings nicht so sehr aus Bäumen und Büschen, sondern aus Worten und Tönen…)
Dreizehn Stunden auf der Autobahn.
Viel zu viele Kilometer,
doch ich halt’ nicht an,
weil sonst die Zeit noch langsamer verstreicht
und ich nicht weiß, ob ich mein Ziel erreich’.
“Ziel” ist eigentlich das falsche Wort,
denn am allerliebsten
führe ich gleich wieder fort.
Die Kompaßnadel dreht sich wild im Kreis,
weil sie die richtige Richtung auch nicht mehr weiß.
… ist oft eine ebenso dünne Wand wie zwischen letzterem und dem Wahnsinn. In diesem Fall allerdings sind die Verhältnisse eher ein wenig verhärtet. Aber das muß ja nicht so bleiben…
In der Wand
zwischen Herz und Verstand
ist keine Tür.
Du wohnst dort und ich hier.
Jede Nacht
läufst du unruhig umher,
ich kann dich hören. …weiterlesen »
Ja, ich mach’ es wieder.
Ein Monat ohne sonderlich viel Schlaf, mit medizinisch bedenklichem Kaffeekonsum, mit möglicherweise eher lose gestricktem Nervenkostüm und komplett ungezügeltem kreativen Bewegungsdrang. Der innere Kritiker wird in den Keller gesperrt und erst im März wieder stundenweise herausgelassen. Jetzt lasse ich erst mal etwas anderes raus: die lyrische Sau.