{"id":189,"date":"2008-05-18T11:59:23","date_gmt":"2008-05-18T10:59:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/fan-funding\/"},"modified":"2009-01-18T13:36:08","modified_gmt":"2009-01-18T12:36:08","slug":"fan-funding","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/fan-funding\/","title":{"rendered":"Fan Funding?"},"content":{"rendered":"<p><em>18. Mai 2008, um 11:19 Uhr<\/em><\/p>\n<p>&#8222;Fan Funding&#8220;, das Konzept, Finanzierungen, die man nicht leisten kann, von Fans m\u00f6glich machen zu lassen, ist im Moment ein Thema, das durch die Gazetten geht &#8211; haupts\u00e4chlich wohl, weil es inzwischen ein paar spektakul\u00e4re Beispiele gibt, die weit \u00fcber ein paar hundert Euro f\u00fcr einen Studioaufenthalt oder eine CD-Pressung hinaus gehen und mit f\u00fcnfstelligen Summen beeindrucken. Wenn auf <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/0,1518,553316,00.html\" target=\"_blank\">SPIEGEL online f\u00fcr dieses Konzept ein sehr skeptisches Fazit<\/a> gezogen wird, dann wohl wirklich haupts\u00e4chlich in Hinblick auf solche gro\u00dfen Summen.<\/p>\n<p>Im &#8222;Kleinen&#8220; finde ich das Konzept aber sehr interessant. Den Vergleich mit dem M\u00e4zenatentum teile ich da allerdings nicht, denn ich glaube, der interessantere Ansatz ist der &#8222;Community-F\u00f6rderung&#8220;, also eine F\u00f6rderung, die aus den enzelnen F\u00f6rderern eine Summe zieht, die mehr ist als nur ihre Teile in Addition gesetzt. Der Band und &#8222;F\u00f6rderpublikum&#8220; in ein gemeinsames Boot setzt, Publikum quasi zu weiteren Bandmitgliedern macht und Band und Publikum auf eine Weise verbindet, die vielleicht sogar den Namen &#8222;Gemeinschaft&#8220; verdienen k\u00f6nnte. Eine so entstandene CD k\u00f6nnte &#8222;unsere&#8220; CD sein &#8211; und viel mehr Menschen in dieses &#8222;unser&#8220; einschlie\u00dfen als die Hand voll Musiker und Techniker, die den Inhalt liefern. <\/p>\n<p>Ich bin am \u00dcberlegen, ob das f\u00fcr uns funktionieren k\u00f6nnte. Und ich dachte, vielleicht ist es ja ganz spannend, wenn ich das einfach mal &#8222;laut&#8220; denke, zumindest soweit ich zum jetztigen Zeitpunkt komme.<\/p>\n<p>Um die Dimensionen zu beleuchten, um die es gehen k\u00f6nnte, nehme ich mal eine CD-Produktion als Beispiel, weil es am strukturierbarsten f\u00fcr ein Gedankenexperiment ist: <\/p>\n<p>Eine 1000-er Auflage CDs kann beim Presswerk zwischen 700 und 1600 Euro kosten, je nach Aufwand des Covers, Booklets, Verpackung (Jewelcase oder Digipack) usw. &#8211; freilich nach oben offen, denn Aufwand l\u00e4sst sich ja mehr oder weniger grenzenlos steigern. Das w\u00e4ren reine Press- und Printkosten, also vom Masterrohling zur fertigen CD, ohne Aufnahme, Mastering, Grafik\/Design, etc. pp.<\/p>\n<p>Ein Aufnahmetag in einem gut ausgestatteten Studio (mehrere schalldichte Kabinen mit Sichtkontakt) schl\u00e4gt mindestens mit zwischen 400 &#8211; 600 EURO \/ Tag zu Buche, f\u00fcr eine CD mit 12-15 Songs m\u00fcsste man wohl realistisch mindestens 3 Tage veranschlagen, damit sollte das aber auch funktionieren. <\/p>\n<p>Es hat einen Grund, warum wir die &#8222;drei&#8220; noch mit eigenem Equipment aufnahmen &#8211; nicht, dass das schlecht w\u00e4re, nein, wir haben da inzwischen wirklich brauchbare Technik rumstehen und mit Andi einen super Techniker, der immer mit Rat und Tat zu Hilfe kommt. <\/p>\n<p>Aber ideal ist eben doch nochmal anders, die Hin- und Herrennerei zwischen Aufnahmetechnik und Instrumententechnik in der Doppelfunktion des Musiker und Technikers gleichzeitig ist recht anstrengend, so dass eine &#8222;entspannte&#8220; Aufnahme wirklich was anderes ist, und auch die Aufnahmesituation selbst &#8211; von Schallschutzkabinen k\u00f6nnen wir nur tr\u00e4umen &#8211; mag schonmal schlechter gewesen sein, k\u00f6nnte aber auch noch um einiges angenehmer sein. <\/p>\n<p>Allein schon Andi bei den n\u00e4chsten Aufnahmen als &#8222;den&#8220; Techniker dabei haben zu k\u00f6nnen w\u00e4re ein Traum, der nur erf\u00fcllt werden kann, wenn da einen fairer Ausgleich m\u00f6glich w\u00e4re, sprich, Andi f\u00fcr diese Arbeit, seine Zeit und sein wahnsinns Knowhow auch finanziell w\u00fcrdigte, denn sein K\u00fchlschrank f\u00fcllt sich ja auch nicht von Umarmungen und H\u00e4ndedrucken. Und da ist nur aufgenommen und noch nichts abgemischt und gemastert.<\/p>\n<p>Wenn ich also mal grob summiere, liegt eine auf das N\u00f6tigste (also &#8222;Sachkosten&#8220;) beschr\u00e4nkte CD-Produktion in der Preisklasse um die 1000 EURO, mit Studioaufnahmen nur der Basisspuren (so lie\u00dfe sich das vielleicht auf 2 Tage runterbrechen) sind wir bei 1800-2000, und wenn Andi wenigstens den Endmix und das Mastering macht und ich einen ausbeuterischen Witz von einem Hunni\/Tag rechne, st\u00fcnden wir bei 2500 Euro mit Studio oder rund 1600 EURO bei Aufnahme im Proberaum &#8211; bei sehr optimistischer Rechnung.<\/p>\n<p>Das alles freilich, ohne dass wir drei hier schon irgendwas abbek\u00e4men f\u00fcr unsere Zeit f\u00fcr Komposition, Arrangement, Einproben, Einspielen der Aufnahme, Grafikarbeiten, Datenhandling, Fahrten, usw. usw.<\/p>\n<p>Ich glaube nicht, dass es derzeit realistisch ist, drauf zu hoffen, dass wir wirklich 2500 EURO per &#8222;Fan Funding&#8220; zusammenbek\u00e4men (ich h\u00e4tte aber auch nichts dagegen, wenn ich mich t\u00e4uschte, ich <i>muss<\/i> nicht immer recht haben, wirklich nicht \ud83d\ude09 ) &#8211; aber rund 1000 EURO zusammen zu bekommen k\u00f6nnte ich mir eigentlich gut vorstellen.<\/p>\n<p>Die Frage ist nur: was k\u00f6nnen wir bieten, denn Geld im Voraus, noch dazu auch gerne mehr als eine CD kostete, w\u00e4re ein Vertrauensbeweis, der auch einen R\u00fcckkanal braucht. In dem SPON-Artikel ist da von Gratisdownloads oder CDs (wobei ich das eher als &#8222;Vorbestellung&#8220; s\u00e4he und entsprechend selbstverst\u00e4ndlich, bei &#8222;Spenden&#8220; von 10 oder mehr EURO), Privatauftritten, Credits bis hin zur Erw\u00e4hnung im Lied und all sowas die Rede &#8211; ich wei\u00df nicht, ob eine solche namentliche Erw\u00e4hnung attraktiv w\u00e4re (ich kann ja nur von mir ausgehen, und ich gebe zu, f\u00fcr mich w\u00e4re das so erstmal noch kein Anreiz). Oder t\u00e4usche ich mich v\u00f6llig in meiner Projektion meiner eigenen Interessen auf andere und &#8222;Microspenden&#8220; (was wei\u00df ich, 1-5 EURO per PayPal oder sowas) mit Namenslistung bei den Credits ist die Option, die ich v\u00f6llig untersch\u00e4tze?<\/p>\n<p>Ich bin, es klang Anfangs ja schon durch, ja ein Freund des Gedankens, dass der Mensch als soziales Lebewesen gerne Gemeinschaft(en) bildet und an solchen Teil hat- ich k\u00f6nnte mir deshalb vorstellen, dass alles, was hier am Ende aus dem &#8222;Wir und Ihr&#8220; ein &#8222;Uns&#8220; machte (das w\u00e4re jedenfalls etwas, was mich reizte, st\u00fcnde ich &#8222;auf der anderen Seite&#8220; &#8211; n\u00e4mlich das Gef\u00fchl, eben diese &#8222;Seiten&#8220; aufzul\u00f6sen) etwas tolles w\u00e4re. &#8222;Singv\u00f8gel&#8220; kann es ja mehr als drei geben, immerhin leitet sich der Name ja von einem Gattungsbegriff ab und nicht von einer Bezeichnung f\u00fcr ein einzelnes spezielles Individuum. <\/p>\n<p>Was w\u00e4re denn sowas, was w\u00fcrde &#8222;Gemeinschaft&#8220; f\u00fchlbar machen? Sind es wir drei auf der Party, mit Gitarren, Cajon und Djembe am Lagerfeuer? Oder mit vollem Equipment auf der gro\u00dfen Supporter-Party einmal im Jahr mit anschlie\u00dfender Jam-Session? Oder dem Dabeisein bei Aufnahmen oder Proben? Oder bei der Begleitung der Entstehung eines neuen Songs vom Text bis zum auftrittsreifen Arrangement? Kommunikationskan\u00e4le f\u00fcr &#8222;Mitglieder&#8220; (Mediengalerien, Foren, usw. usf.)? Oder etwas ganz anderes?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>18. 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