{"id":193,"date":"2008-09-19T13:10:44","date_gmt":"2008-09-19T12:10:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/irland-2008\/"},"modified":"2009-01-18T13:35:10","modified_gmt":"2009-01-18T12:35:10","slug":"irland-2008","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/irland-2008\/","title":{"rendered":"Irland 2008"},"content":{"rendered":"<p><em>19. September 2008, um 13:10 Uhr<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ipernity.com\/doc\/karan\/2900629\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/8\/06\/29\/2900629.5807c293.240.jpg\" alt=\"Gr\u00fcn\" border=\"0\" style=\"margin: 0 10px 0 0;\" align=\"left\" \/><\/a>Eigentlich sollte alles ganz anders sein. Eigentlich wollte ich nach England. Mit einem ziemlich detaillierten Arbeits- und Aufnahmeplan. Aber dann begann sie zu rufen, die gr\u00fcne Insel: &#8222;\u017eKomm doch endlich mal r\u00fcber&#8220;, lockte sie. &#8222;\u017eDu hast es doch schon so lange vorgehabt und bis in Bristol immer nach Devon abgebogen, nie weitergefahren bis zur F\u00e4hre und zu mir. Am besten reist du gleich \u00fcber Frankreich an, damit du nicht in Versuchung kommst. Und komm bald. Ich warte schon so lange.&#8220;<\/p>\n<p>Zuerst tat ich so, als k\u00f6nne ich sie nicht h\u00f6ren. Aber sie blieb hartn\u00e4ckig. Schickte mir <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Uilleann_Pipes\" target=\"_blank\">Musik<\/a> \u00fcber den Weg. Ein <a href=\"http:\/\/www.frankdelaney.com\/work.php?id=10\" target=\"_blank\">Buch<\/a>, das mich begeisterte. Schlie\u00dflich gab ich nach. \u00dcberredete den <a href=\"http:\/\/www.svenscholz.de\/\" target=\"_blank\">Kollegen<\/a>, mitzukommen und Bild- und Videoaufnahmen zu machen, denn ich wollte sowieso Material f\u00fcr ein k\u00fcnftiges Projekt sammeln.<\/p>\n<p>Da\u00df ich auf der \u00dcberfahrt nicht seekrank wurde, wertete ich als erstes gutes Omen. Leider bin ich \u00fcberhaupt nicht seefest, aber die irische See war g\u00fctig und schaukelte uns sanft gen Nordwesten. In Rosslare begr\u00fc\u00dfte uns Sonnenschein. Und Gr\u00fcn. Das erste.<\/p>\n<p>Ich hatte die Schw\u00e4rmereien \u00fcber das &#8222;\u017eirische Gr\u00fcn&#8220; bislang immer als Legende abgetan, hatte ich doch selbst jahrelang in Devon gelebt, jenem gr\u00fcnsten aller englischen Landstriche. Doch bald erkannte ich, da\u00df die Legende stimmte. Nicht umsonst hei\u00dft Irland auch &#8222;\u017eEmerald Isle&#8220;. Dieses Gr\u00fcn hat etwas Elektrisches, Leuchtendes, das ich bislang noch nirgendwo anders zu Gesicht bekommen habe. Wahrscheinlich liegt es auch daran, da\u00df es auf der Insel noch viel h\u00e4ufiger regnet als in England&#8230;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ipernity.com\/doc\/karan\/2900625\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/8\/06\/25\/2900625.540f713c.240.jpg\" alt=\"Torc Waterfall\" border=\"0\" style=\"margin: 0 0 0 10px;\" align=\"right\" \/><\/a>Am ersten Tag hatten wir Gl\u00fcck mit dem Wetter. Wir fuhren bis kurz vor Killarney, besuchten am anderen Tag die G\u00e4rten von Muckross House und den Torc Wasserfall und landeten schlie\u00dflich auf der Dingle Peninsula.<\/p>\n<p>Der Kollege am\u00fcsierte sich k\u00f6stlich \u00fcber meine immer ekstatischeren Entz\u00fcckensrufe ob des zunehmend intensiver werdenden Gr\u00fcns der Wiesen. Alles sah irgendwie so aus, wie es die wohlbekannten Klischee-Photos, darstellten. Malerisch bunte H\u00e4user in den St\u00e4dtchen. H\u00fcbsche steinerne Br\u00fccken. Schafe. Viele Schafe. Und nat\u00fcrlich Gr\u00fcn. Gr\u00fcn. GR\u00dcN.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Dingle\">Dingle<\/a> ist reizend. Die Stadt erinnerte mich in Gr\u00f6\u00dfe und Ausstrahlung an meine alte Wahlheimat Totnes. Irgendwie haben wir&#8217;s geschafft, gleich am ersten Tag dort die &#8222;\u017erichtige&#8220; Musikszene kennenzulernen. Auf Empfehlung der netten Leute im <a href=\"http:\/\/www.siopaceoil.ie\/home.php?lang=english\" target=\"_blank\">Dingle Music Shop<\/a> (wo ich gleich mal eine gescheite Tin Whistle erwarb) h\u00f6rten wir ein sch\u00f6nes Konzert, bei dem <a href=\" http:\/\/www.myspace.com\/duigomusic\" target=\"_blank\">Eoin Duignan<\/a> die Low Whistle und die Uilleann Pipes spielte und <a href=\"https:\/\/www.isound.com\/gerry_obeirne\" target_\"blank\">Gerry O&#8217;Beirne<\/a> die Gitarre. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ipernity.com\/doc\/karan\/2948242\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/8\/82\/42\/2948242.97b50082.240.jpg\" border=\"0\" style=\"margin: 0 10px 0 0;\" align=\"left\" \/><\/a>Wir hatten das Gl\u00fcck, Gerry noch bei zwei weiteren Sessions in unterschiedlichen Pubs h\u00f6ren zu k\u00f6nnen, am letzten Abend wieder gemeinsam mit Eoin.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich haben wir noch andere Trad-Sessions in Pubs besucht. Aber diese beiden Musiker sind etwas Besonderes. Weil es ihnen gemeinsam gelingt, die traditionelle irische Musik zu transformieren ohne sie zu deformieren. Will sagen: das sind die alten Jigs und Reels, aber sie haben eine Frische, etwas Neues, einen anderen Geschmack sozusagen, der die Zuh\u00f6rer die Ohren spitzen l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ipernity.com\/doc\/sven\/2883367\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/8\/33\/67\/2883367.581aa8e4.240.jpg\" width=\"240\" height=\"180\" alt=\"The Three Sisters\" border=\"0\" style=\"margin: 0 10px 0 0;clear:both;\" align=\"left\" \/><\/a>Nat\u00fcrlich lie\u00dfen wir es uns nicht nehmen, auf dem <a href=\"http:\/\/www.camping-ireland.ie\/caravan-parks\/camping.php?id=41\" target=\"_blank\">westlichsten Campingplatz Europas<\/a> zu zelten (ok, so ganz stimmt das nicht, auf Island gibt es, so haben wir uns sagen lassen, auch noch Campingpl\u00e4tze). Wir schlugen also unser Zelt im Schutz von Fuchsienhecken auf. &#8222;\u017eSchutz&#8220; war allerdings relativ: es regnete ausgiebig und immer wieder. Trotzdem war es fein, gleich am Morgen auf die See hinunter- und die Berge hinaufzugucken, Mount Brandon in Wolken, wie immer. Der zeigt sich nicht so ohne weiteres, er ist ein alter Herr, der seinen Hut auf dem Kopf l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Als wir schlie\u00dflich aufbrachen (liebe Freunde waren ebenfalls auf der Insel gelandet und wir wollten uns treffen), sprach uns der deutsche Zeltnachbar an: ob wir denn irgendetwas mit der Band &#8222;\u017eSingv\u00f8gel&#8220; zu tun h\u00e4tten&#8230; Wir konnten&#8217;s kaum fassen: da waren wir am Rand Europas und es zelteten Fans aus Ingolstadt direkt neben uns! An dieser Stelle noch mal herzliche Gr\u00fc\u00dfe an Euch, und wir hoffen auf ein Wiedersehen!<\/p>\n<div style=\"clear:both\">&nbsp;<\/div>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ipernity.com\/doc\/karan\/2948995\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/8\/89\/95\/2948995.bdc71bcb.240.jpg\" width=\"240\" height=\"161\" alt=\"Grange\" border=\"0\" style=\"margin: 0 10px 0 0;\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.ipernity.com\/doc\/karan\/2948967\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/8\/89\/67\/2948967.870573ff.240.jpg\" width=\"240\" height=\"161\" alt=\"Lough Gur\" border=\"0\" style=\"margin: 0 0 0 10px;\" \/><\/a><\/p>\n<p>Lough Gur ist magisch sch\u00f6n. Direkt neben dem See befindet sich Irlands gr\u00f6\u00dfter Steinkreis, den wir mit unseren Freunden erkundeten. Ein kleinerer Kreis liegt nur einen Steinwurf entfernt, und einzeln stehende Megalithe umfrieden das Gebiet.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ipernity.com\/doc\/karan\/2949597\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/8\/95\/97\/2949597.a939af04.240.jpg\" width=\"240\" height=\"161\" alt=\"Abend in Cahersiveen\" border=\"0\" style=\"margin: 0 0 0 10px;\" align=\"right\" \/><\/a>Da das Wetter zunehmend schlechter wurde, der Wetterbericht aber dem S\u00fcden mildere Umst\u00e4nde verhie\u00df, fuhren wir kurzerhand alle wieder hinunter nach Kerry, umrundeten die ber\u00fchmte Ringstra\u00dfe in der Gegenrichtung und entdeckten schlie\u00dflich in Cahersiveen <a href=\"http:\/\/www.campinginkerry.com\/\" target=\"_blank\">einen der sch\u00f6nsten Campingpl\u00e4tze<\/a>, inclusive Music Room mit Torffeuer und Instrumenten an der Wand. Dort haben wir dann am Abend ein bi\u00dfchen Musik gemacht.<\/p>\n<p>Der nette Mann vom Campingplatz hatte uns die gesch\u00fctzteste Stelle zugewiesen, und trotzdem sind wir beinahe abgesoffen, denn in der Nacht hatte uns das schlechte Wetter eingeholt und am anderen Tag go\u00df es in Str\u00f6men. Ich rief daher kurzerhand eine Freundin in Fanore an und bat um Asyl. Unsere Freunde, mit dem Wohnmobil unterwegs, waren wetterunabh\u00e4ngiger, hatten mehr Zeit und wollten vorerst im S\u00fcden bleiben. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ipernity.com\/doc\/karan\/2950117\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/8\/01\/17\/2950117.b458df68.240.jpg\" width=\"240\" height=\"161\" alt=\"Abendlicht\" border=\"0\" style=\"margin: 0 10px 0 0;\" align=\"left\" \/><\/a>Wir schmissen also das nasse Zelt ins Auto und fuhren nordw\u00e4rts. Bereits bei Limerick rissen die Wolken auf. Wir stie\u00dfen schlie\u00dflich auf die K\u00fcstenstra\u00dfe entlang des Burren und erreichten Fanore kurz bevor ein malerisches Abendrot einsetzte, das wir dann bei dampfendem Tee und Cider und netten Gespr\u00e4chen am Kaminfeuer genie\u00dfen konnten.<\/p>\n<p>Wenn es irgendwo auf der Welt ein Haus gibt, das ich als &#8222;\u017eTraumhaus&#8220; bezeichnen w\u00fcrde, dann ist es dieses. Dort kann man aufwachen und \u00fcber die See schauen, ohne \u00fcberhaupt erst aufzustehen. Die sch\u00fctzenden H\u00e4nge des Burren sp\u00fcrt man im R\u00fccken. Gut zu wissen, da\u00df es solch ein Haus gibt. Das hei\u00dft n\u00e4mlich, da\u00df Tr\u00e4ume zu verwirklichen sind.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ipernity.com\/doc\/karan\/2950981\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/8\/09\/81\/2950981.5e875bee.240.jpg\" width=\"240\" height=\"168\" alt=\"Die W\u00fcste lebt\" border=\"0\" style=\"margin: 0 0 0 10px;\" align=\"right\" \/><\/a>Der Tag war wetterm\u00e4\u00dfig der sch\u00f6nste der ganzen Reise: nach anf\u00e4nglichen Schauern hatten wir ungetr\u00fcbten Sonnenschein. Wir fuhren quer durch die faszinierende Mondlandschaft des <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Burren\" target=\"_blank\">Burren<\/a>, die jedoch seit 5000 Jahren eine Kulturlandschaft ist und ohne Winterbeweidung gar nicht so aussehen w\u00fcrde. Die Kargheit tr\u00fcgt: der Bewuchs des Burren ist nahrhaft und garantiert gesunde, kr\u00e4ftige Tiere. <\/p>\n<p>Sogar durch die Steinw\u00fcste des Burren ziehen sich Mauern. Nat\u00fcrlich sollen sie die wenige Erde an ihrem Platz halten, doch es gibt auch welche, die einfach ins Nichts f\u00fchren. Sie &#8211; und die vielen verlassenen H\u00e4user auf der ganzen Insel &#8211; erz\u00e4hlen von dunklen Zeiten: kaum mehr als 150 Jahre ist es her, da\u00df in Irland Millionen Menschen verhungerten, weil eine Kartoffelkrankheit \u00fcber mehrere Jahre hin die komplette Ernte vernichtet hatte. Scharen von Iren wanderten aus (wenn sie konnten). Bittere Ironie dieser Zeit ist: Weizen und andere Nahrung wurde gleichzeitig munter weiter exportiert, vor allem nach England. Den englischen Grundherren waren ihre irischen Arbeiter (besser wohl: Arbeitssklaven) ziemlich egal. Die wenigen &#8222;\u017eWohlfahrtsprojekte&#8220; dieser Zeit gingen von der auch heute nicht ganz unbekannten Grundannahme aus, da\u00df wer nicht arbeitet, auch nicht essen soll, und so wurden Menschen im Austausch f\u00fcr Essen zwangsverpflichtet: zum Bau von Stra\u00dfen (&#8222;\u017efamine roads&#8220;) ins Nichts und Mauern quer durchs Niemandsland.<\/p>\n<p>Die Felsen des Burren sind durchzogen von Rillen, Rinnen, L\u00f6chern, Einbr\u00fcchen, Grundwasserseen (den sogenannten Turloughs). Es ist eine abenteuerliche Landschaft f\u00fcr Wanderer. Ohne Wanderschuhe geht gar nichts. Umsichtige Blicke auf den Boden sind beim Herumlaufen n\u00f6tig, aber sie sind interessant, denn es ist faszinierend, was in den Ritzen und Spalten so alles w\u00e4chst.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ipernity.com\/doc\/sven\/2886923\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/8\/69\/23\/2886923.5af571c2.240.jpg\" width=\"240\" height=\"180\" alt=\"\"  border=\"0\" style=\"margin: 0 0 0 10px;\" align=\"right\" \/><\/a>Nach einem Tag voller Photo- und Videoaufnahmen waren wir ziemlich m\u00fcde, genossen aber noch ein richtig feines Abendessen in einem Pub in Doolin. Es gab frischen Atlantik-Lachs, unvorstellbar zart, f\u00fcr mich und nicht minder zarten schmackhaften Lammbraten f\u00fcr Sven. Anschlie\u00dfend gab es nat\u00fcrlich noch feine Musik &#8211; schade, da\u00df es so voll war, mit diesem wilden Fl\u00f6tenspieler h\u00e4tte ich mich gerne mal unterhalten.<\/p>\n<p>Das Wetter tr\u00fcbte wieder ein und wir machten uns, auf Empfehlung meiner Freundin, auf nach Newgrange. &#8222;\u017eGeht morgen fr\u00fch dort hin&#8220;, hatte sie geraten, &#8222;\u017ebevor die Touristenstr\u00f6me kommen, dann werdet ihr sp\u00fcren, was f\u00fcr ein kraftvoller Ort das ist.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ipernity.com\/doc\/karan\/2951556\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/8\/15\/56\/2951556.dbf846e9.240.jpg\" width=\"240\" height=\"173\" alt=\"Newgrange\" border=\"0\" style=\"margin: 0 10px 0 0;\" align=\"left\" \/><\/a>Sie hatte recht. Ich war ein wenig skeptisch gewesen, denn die m\u00e4chtigen H\u00fcgelgr\u00e4ber von <a href=\"http:\/\/www.knowth.com\/\" target=_blank\">Newgrange und Knowth<\/a> sind weltbekannte Pl\u00e4tze, in die man ohne F\u00fchrung gar nicht hineinkommt. Aber es hat sich gelohnt. <\/p>\n<p>Zuvor waren wir in einem B&#038;B untergekommen, denn mittlerweile war es zum Zelten wirklich viel zu na\u00df und zu kalt. Die freundliche Landlady machte uns gleich einen Tee zum Aufw\u00e4rmen, und dann hat Sven versucht, ihre Fernbedienung f\u00fcr den Fernseher in Gang zu bekommen. Das hat aber nicht geklappt, vermutlich lag das Problem am Fernseher selbst. &#8222;\u017eWo hab ich denn nur die Quittung&#8220;, seufzte die Landlady, &#8222;\u017eich verleg&#8220;\u02dc die Dinger immer.&#8220; Ich erkl\u00e4rte mein Mitgef\u00fchl (ich kenne das&#8230;)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ipernity.com\/doc\/sven\/2890697\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/8\/06\/97\/2890697.a50f7432.240.jpg\" width=\"240\" height=\"180\" alt=\"PICT0066\" border=\"0\" style=\"margin: 0 10px 0 0;clear:both;\" align=\"left\" \/><\/a>Newgrange und Knowth sind Zeugen einer Zeit, \u00fcber die wir immer noch nicht wirklich viel wissen, und das macht sie so interessant, denn viele Deutungen liegen, wie die junge F\u00fchrerin erkl\u00e4rte, bei jedem Einzelnen, der diese Orte besucht. F\u00fcr mich sind sie Heiligt\u00fcmer, in gewisser Weise ein Zentrum der ganzen Insel, wie auch Tara, der Kr\u00f6nungsort der irischen Hochk\u00f6nige, der gleich um die Ecke liegt. Diese Hochk\u00f6nige hatten weniger politische Macht als sakrale Bedeutung, und Tara selbst, mit seinen alten Ringforts, l\u00e4\u00dft schon allein aufgrund seiner Ausdehnung ahnen, wie wichtig dieser Ort einst gewesen ist. <\/p>\n<p>Es ist unvorstellbar, da\u00df der irische Staat eine Autobahn mitten durch diese arch\u00e4ologisch immer noch kaum erschlossene Landschaft legen will! Infos dazu gibt&#8217;s bei <a href=\"http:\/\/www.tarawatch.org\/\" target=\"_blank\">Tarawatch.org<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ipernity.com\/doc\/karan\/2951575\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/8\/15\/75\/2951575.4233edae.240.jpg\" width=\"240\" height=\"161\" alt=\"Wexford\" border=\"0\" style=\"margin: 0 0 0 10px;\" align=\"right\" \/><\/a>Wir fuhren eilig gen S\u00fcden, denn am anderen Tag mu\u00dften wir auf die F\u00e4hre zur Heimreise. Die Sonne begleitete uns und wurde immer strahlender. In Wexford erwartete uns ein trockener Campingplatz, ein <a href=\"http:\/\/www.bebo.com\/Profile.jsp?MemberId=3792204140\" target=\"_blank\">uriges Pub<\/a> und das letzte <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Smithwicks\" target=\"_blank\">Smithwick&#8217;s<\/a> der Reise (den Kollegen regelm\u00e4\u00dfig und mit Genu\u00df Bier trinken zu sehen war etwas ungewohnt ;-))<\/p>\n<p>Den <a href=\"http:\/\/www.inhp.com\/\" target=_blank\">Irish National Heritage Park<\/a> haben wir uns auch noch angeschaut: rekonstrukierte H\u00e4user von der Steinzeit bis zu den Normannen. Malerisch in ein sch\u00f6nes Areal gebettet, waren sie von au\u00dfen leider sch\u00f6ner als von innen &#8211; das Gel\u00e4nde ist etwas feucht. Es ist wahrscheinlich lohnender, zur Hauptsaison dorthin zu gehen, wenn diverse Veranstaltungen in experimenteller Arch\u00e4ologie stattfinden. Vielleicht bin ich aber auch nur verw\u00f6hnt von der Qualit\u00e4t schwedischer Freilichtmuseen&#8230;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ipernity.com\/doc\/karan\/2951634\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/8\/16\/34\/2951634.63daba93.240.jpg\" width=\"161\" height=\"240\" alt=\"Wellenbrecherin\" border=\"0\" style=\"margin: 0 10px 0 0;\" align=\"left\" \/><\/a>Die letzten Stunden vor der Abreise tankten wir Sonne am sch\u00f6nen Strand von Rosslare. Die Insel machte es uns schwer, sie zu verlassen.<\/p>\n<p>Auf der F\u00e4hre tr\u00f6stete mich Sven dann mit meinem allerersten <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Irish_Coffee\" target=_blank\">Irish Coffee<\/a>, den ich sogleich zu meinem Lieblings-Hei\u00dfgetr\u00e4nk erkor.<\/p>\n<p>Habe ich eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr diesen Ruf, der mich nach Irland lockte? Teilweise ja. Es ging nicht um ein klar definiertes Projekt, das sich mir dort erschlossen h\u00e4tte, es ging jedoch um Inspiration. Irland hat nicht umsonst eine jahrtausendelange Tradition von Kunst, Kultur und besonders Musik. Ich habe das Gef\u00fchl, da\u00df sich dort meine &#8222;\u017ekreativen Batterien&#8220; ganz von alleine aufgeladen haben. Was daraus wird, dar\u00fcber mache ich mir jetzt noch keine Gedanken. Es geht dabei n\u00e4mlich viel mehr um Gef\u00fchle. Diese Insel mit ihrer reichen, oft tragischen Geschichte ist mich tief und unerwartet zu Herzen gegangen. Sie ist ein guter Ort f\u00fcr kunstschaffende Menschen, sie inspiriert, ohne sich aufzudr\u00e4ngen, sie erreicht auch das Unbewu\u00dfte. <\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte dort so bald wie m\u00f6glich wieder hin. Am besten mit der ganzen Band, den Instrumenten und einem mobilen Aufnahmestudio&#8230;<\/p>\n<p>P.S.: Noch viel mehr Bilder gibt es <a href=\"http:\/\/www.ipernity.com\/doc\/karan\/album\/84412\" target=\"_blank\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.ipernity.com\/doc\/sven\/album\/84042\" target=\"_blank\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>19. September 2008, um 13:10 Uhr Eigentlich sollte alles ganz anders sein. Eigentlich wollte ich nach England. Mit einem ziemlich detaillierten Arbeits- und Aufnahmeplan. 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