{"id":316,"date":"2010-06-21T17:18:55","date_gmt":"2010-06-21T16:18:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/weniger-ist-mehr\/"},"modified":"2010-06-21T18:39:17","modified_gmt":"2010-06-21T17:39:17","slug":"weniger-ist-mehr","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/weniger-ist-mehr\/","title":{"rendered":"Weniger ist mehr"},"content":{"rendered":"<p><em>21. Juni 2010, 17:18Uhr<\/em><\/p>\n<p>Das trifft zwar nicht f\u00fcr &#8222;Anzahl von Auftritten&#8220; zu, derer man (unserer unbescheidenen Neigung nach) nie genug haben kann. Mit technischem Aufwand daf\u00fcr ist es schon wieder was anderes: zum Beispiel, wenn &#8211; wie k\u00fcrzlich in Wien &#8211; dem Veranstalter eine B\u00fchne versprochen ward (vom Ober-Veranstalter?) mit <!--more-->einer Tonanlage drauf&#8230; &#8222;vor Ort&#8220; aber n\u00fcscht anzutreffen ist als ein Hinterzimmer: leer bis auf St\u00fchle und Tische (und den Siff auf dem Boden \u00fcbergehen wir mit vornehmer Diskretion). Spontaner Singv\u00f8gel-Beschluss angesichts solcher Lage: Wir spielen unplugged bis die Aschenbecher wackeln.<\/p>\n<p>So kamen wir, obwohl wir doch gar keine Folk Band sind (aber ohne Stromgitarren und Vollset-Drumkit k\u00f6nnen wir schon auch ein bisschen so klingen&#8230;), in den Genuss, den &#8222;Vienna Folk Club&#8220;, eine Veranstaltungsreihe im Wiener &#8222;Weberknecht&#8220;, zu er\u00f6ffnen. Voil\u00c3\u00a1! Wir stellten unser kleinstes Set auf &#8211; ein paar Gitarren und B\u00e4sse, Cajon, Djembe und &#8222;Gebimsel&#8220; (Fachausdruck: Percussion) sowie den \u00fcblichen T\u00fcddelkram (Fl\u00f6ten, Melodika, Mundharmonikas), schlossen die Bassgitarren an zwei batteriebetriebene Mini-Amps (je 2 Watt Rumms) an und gingen, euphorisiert von einer euphorischen Schar Singv\u00f8gel-Fans, unvermittelt in die Vollen. Niemand vermisste Boxen oder Mikrofone.<\/p>\n<p>Es wurde ein sch\u00f6ner Abend. (Mein alter &#8211; gew\u00f6hnlich oberkritischer &#8211; Mentor Wickerl Adam, Chef der legend\u00e4ren Wiener Hallucination Company, lie\u00df sich gar zu dem Kommentar hinrei\u00dfen: &#8222;Singv\u00f8gel machen gl\u00fccklich&#8230;&#8220;) Hinterher versuchte ich unsere Zugaben zu z\u00e4hlen: Rund ein Dutzend waren es geworden, darunter einige lang nicht mehr gespielte St\u00fccke. <\/p>\n<p>Wenn nach offiziellem Konzertprogramm n\u00e4mlich die Stimmung kocht, machen wir am liebsten &#8222;Wunschkonzert&#8220;: Die Fans rufen uns zu, was sie als n\u00e4chstes h\u00f6ren wollen, und das spielen wir dann (ausschlie\u00dflich aus Eigenrepertoire &#8211; was anderes k\u00f6nnen wir gar nicht). Lediglich bei <a href=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/sand-im-getriebe\/\">Sand im Getriebe<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/in-flammen\/\">In Flammen<\/a> mussten wir passen: Ersteres hatten wir nie im Trio-Programm (es handelt sich um einen reinen Klampf-Song, den Karan 2003 f\u00fcr eine Friedensdemo schrieb &#8211; die Fans kannten es wohl von unserem CD-Erstling <a href=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/category\/cd-hart-am-rande\/\">Hart am Rande<\/a>) &#8211; und <a href=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/in-flammen\/\">In Flammen<\/a> hatten wir zuletzt 2008 in G\u00fctersloh gespielt, und ich zwischenzeitlich leider den Bass-Part vergessen (aber wir proben es neu ein: versprochen)! Daf\u00fcr klappte &#8211; zu meiner \u00dcberraschung: denn auch dieses Lied hatte die letzten zwei Jahre lang nicht ins Programm gefunden &#8211; die <a href=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/totengott-ballade\/\">Totengott-Ballade<\/a> (wobei ich die Stromgitarrensoli darin, da sich die auf der Akustischen nicht greifen lassen, durch einstimmiges Vokalgebrumm ersetzte: ein solcher &#8222;Wolga-Heiden-Chor&#8220; \ud83d\ude09 ist auf unserer CD <a href=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/cds-der-singvoegel-bestellen\/\">Drei<\/a> zu h\u00f6ren: in dem Fall sogar mehrstimmig).<\/p>\n<p>Als mich k\u00fcrzlich eine Wiener Job-Kollegin, die die Singv\u00f8gel noch nicht kennt, nach unserem Musikstil fragte, entfuhr mir mit spontanem Grinsen: &#8222;Wir spielen dein Lieblingslied&#8230;&#8220;<br \/>\nDas ist keine angeberische \u00dcbertreibung, sondern Erfahrungssache: In unserem Eigenbau-Repertoire von (derzeit) 65 Songs (und es werden immer mehr) hat noch jeder Fan &#8211; ob alt, ob jung, ob neu, ob treu &#8211; sein \/ ihr Lieblingslied gefunden! Und immer wieder sind bei irgendwelchen Gigs, zuweilen sonstwo in der Pampa des sog. &#8222;deutschsprachigen Raums&#8220;, ein paar Gesichter auszumachen, die w\u00e4hrend mancher Singv\u00f8gel-Songs die Lippen zum Text mitbewegen: nicht nur beim Refrain. (Man m\u00f6chte doch meinen, dass sowas normalerweise nur Stars passiert, die Tausende Besucher anziehen &#8211; und deren Platten in jedem Dorfshop-Regal ausliegen, wenn sie nicht eh in den Charts gedudelt werden&#8230;)<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich m\u00f6chte jeder Musiker und jede Band auch soviele Fans wie m\u00f6glich haben. Wir auch, klar. Aber ich meine immer, wir haben &#8211; und bekommen weiterhin &#8211; die besten. Unsere Fans sind so echt wie wir selber &#8211; denn nichts steht dazwischen, die Vermittlung entsteht direkt, und man feiert, weint und lacht auf gleicher Augenh\u00f6he. Wir spielen abseits der Industrie: Keine Firma wirbt f\u00fcr uns als Produkt, unsere CDs gibt&#8217;s live vor Ort oder \u00fcbers Netz, und wer nur Glotze guckt, lernt uns nicht kennen. Wir bedienen keinen Trend und keine Szene, haben weder auf Metal- noch auf Gothic- oder sonstwelchen stilistisch festgelegten Festivals viel verloren, und f\u00fcr Newcomer-Wettbewerbe sind wir bei weitem zu alt. (Sollten wir unser Stage Line Up erweitern um zwei Dreij\u00e4hrige mit Babyrasseln, um auf einen wettbewerbstauglichen Altersdurchschnitt zu kommen? Selbst dann bliebe noch der Fakt, dass wir alles andere als Newcomer sind!) Wer neu auf uns st\u00f6\u00dft, h\u00f6rt erstmal nichts Vertrautes &#8211; denn jedes unser Lieder ist aus eigener Feder: nur. Genau das ist &#8211; in unserem Fall &#8211; der Zauber.<\/p>\n<p>Denn das einzige Kalk\u00fcl, das in jedem Singv\u00f8gel-Song steckt, ist, dieses eine Lied so echt und so &#8222;richtig&#8220; wie m\u00f6glich zu machen: aus dem Herzen in die H\u00e4nde, aus unseren Kehlen in dein Herz. Mag es f\u00fcr manche rein kommerzorientierte Combo zur sicht- (und leider auch oft h\u00f6rbare) Katastrophe ausarten, mal vor sch\u00fctteren Stuhlreihen oder sonstwie \u00fcberschaubaren Besucherzahlen zu spielen: Wir machen daraus noch jederzeit ein schwitzendes, fr\u00f6hliches Fest. Auch wir stellen uns fraglos gern &#8222;Massen&#8220; &#8211; aber ob es 1200 Leute sind, 120 oder gar nur 12: Das n\u00e4chste Lied ist immer f\u00fcr <em>dich<\/em>. Qualit\u00e4t trifft auf Qualit\u00e4t: auf der B\u00fchne &#8211; wie davor. Um on stage zu Form aufzulaufen, brauchen wir nur dich. Dir geben wir unser Bestes, egal wieviele Leute dich umringen. Und daf\u00fcr, dass du &#8211; obwohl man als Besucher\/in eines Singv\u00f8gel-Konzertes bislang nur selten &#8222;in der Menge untertauchen&#8220; kann (weshalb wir auch auf Stage Diving verzichten;-) &#8211; sei bedankt. Herzlichst: mit dem n\u00e4chsten Herzblut-Lied. Wir treffen uns!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>21. Juni 2010, 17:18Uhr Das trifft zwar nicht f\u00fcr &#8222;Anzahl von Auftritten&#8220; zu, derer man (unserer unbescheidenen Neigung nach) nie genug haben kann. Mit technischem Aufwand daf\u00fcr ist es schon wieder was anderes: zum Beispiel, wenn &#8211; wie k\u00fcrzlich in Wien &#8211; dem Veranstalter eine B\u00fchne versprochen ward (vom Ober-Veranstalter?) mit<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8,11],"tags":[],"class_list":{"0":"post-316","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","6":"category-duke","7":"category-weblog","8":"czr-hentry"},"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/316"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=316"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/316\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=316"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=316"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=316"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}