{"id":317,"date":"2010-07-11T22:36:35","date_gmt":"2010-07-11T21:36:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/zwitscherbericht-aus-dem-studioticker\/"},"modified":"2010-07-14T00:33:00","modified_gmt":"2010-07-13T23:33:00","slug":"zwitscherbericht-aus-dem-studioticker","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/zwitscherbericht-aus-dem-studioticker\/","title":{"rendered":"Zwitscherbericht aus dem Studioticker&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><em>11. Juli 2010, 22:18Uhr<\/em><\/p>\n<p>Und pl\u00f6tzlich steigt eine Festplatte aus und ward&#8216; vom System nicht mehr gefunden: aber g\u00f6tterseidank nur beim Backup vom Backup (dem doppelten Sicherheitsboden: man traut ja niemandem &#8211; schon gar nicht Festplatten). Der Vorgang l\u00e4sst sich wiederholen: Kann ja auch daran gelegen haben, dass ich, w\u00e4hrend die Backup-Platte erhebliche Datenmassen auf die Zweit-Backup-Platte schaufelte, gerade alle Songs &#8211; die fertigen wie die noch zu zu mixenden &#8211; in Reihenfolge durchh\u00f6rte. Man soll vielleicht nicht zuviel von einem kleinen Netbook verlangen, das f\u00fcr <!--more-->sowas eigentlich nicht gebaut ist&#8230; aber halb so wild.<\/p>\n<p>Denn im Singv\u00f8gel-Studio sind PCs schon lang nur noch in der Peripherie unverzichtbar: f\u00fcr Datensicherung und so. Die Musik selber nehmen wir mit einem exklusiven &#8222;Stand alone&#8220;- Aufnahmeger\u00e4t auf. Das ist zwar auch eine Digitalmaschine, die mit einer Festplatte l\u00e4uft&#8230; aber f\u00fcr nichts anderes gebaut und mit nichts anderem besch\u00e4ftigt als genau jenen Vorg\u00e4ngen, f\u00fcr die unsere Vorfahren \ud83d\ude09 ihre dicken Tonb\u00e4nder benutzten. In der Arbeitsweise haben wir uns den Altvorderen stark angen\u00e4hert: Wir spielen unsere Songs direkt ein, Spur f\u00fcr Spur und Schicht auf Schicht&#8230; Glaubt nicht, dass man auf dem kleinen Display unserer gro\u00dfen &#8222;Rappelkiste&#8220; viel sieht vom Arrangement! Hier m\u00fcssen die Ohren entscheiden, und das ist gut so. Nichts lenkt ab, und daher wird eine fragliche Passage eher nochmal komplett neu eingespielt, als dass man (wie am PC) der Versuchung erl\u00e4ge, halbgare Parts aus Schnipseln zusammenzufrickeln, oder sich gar von den optischen M\u00e4tzchen einer gut gestylten Software narren zu lassen: beim Klangregeln zum Beispiel.<\/p>\n<p>Noch idealer w\u00e4re es, gleich zusammen zu spielen, zu dritt wie auf der B\u00fchne, und nur die eine oder andere Chorpassage oder sonstige Extras hernach dazuzukn\u00f6deln. Das geht in unserem Studio nicht: daf\u00fcr br\u00e4uchte man eins mit mehreren schalldichten Kabinen&#8230; (gibt&#8217;s alles f\u00fcr viel Geld. Vielleicht sp\u00e4ter mal!)<\/p>\n<p>Zehn Songs sind jetzt soweit, dass man sie anh\u00f6ren kann, ohne sie urheberseits dabei mit armfuchtelnden Erkl\u00e4rungen garnieren zu m\u00fcssen, wie dies oder jenes &#8222;eigentlich&#8220; gemeint sei&#8230; \ud83d\ude09 F\u00fcnf weitere harren ihrer finalen Abmischung. Terminbedingt wird alles noch dauern &#8211; zumal ungekl\u00e4rt ist, wie wir z.B. das dicke Booklet finanzieren sollen, das unsere Fans gern h\u00e4tten (und das wir ihnen allzugerne b\u00f6ten: mit Texten und so. Wir haben halt ziemlich lange Texte oft&#8230;).<\/p>\n<p>Aber sch\u00f6n abwechslungsreich wird&#8217;s, stelle ich beim Probeh\u00f6ren fest. Einmal mehr wird die &#8222;Musikerpolizei&#8220; &#8211; jene Leute, die sich das Zeugs von anderen nur anh\u00f6ren um festzustellen worauf diese damit hinauswollen, und was sie falsch gemacht haben dabei &#8211; nur ratlos die Achseln sch\u00fctteln und die K\u00f6ppe hochziehen k\u00f6nnen: Die Singv\u00f8gel &#8222;wollen&#8220; n\u00e4mlich nichts im Sinne des KGB (&#8222;Karriere-Geltungs-Beweises&#8220;,  Anm. d. Verf.), und auch auf einwandfreie stilistische Zuordnung zu Szene X oder Y verzichten wir gerne. Wir wollen einfach jedes Lied so pers\u00f6nlich wie m\u00f6glich haben. Liebesbriefe schreibt man ja auch nicht mithilfe eines Phrasenspeichers, oder? <\/p>\n<p>Deshalb klingen wir nicht wie typisch Dingsda, sondern immer genau nach dem Song, den wir gerade spielen, der gerade l\u00e4uft. Und da f\u00e4llt der eine vielleicht auch mal albern aus, der n\u00e4chste sch\u00fcrft tiefsinnig herum (wobei es sich hintergr\u00fcndig nat\u00fcrlich umgekehrt verh\u00e4lt, oder &#8211; einfach nochmal anh\u00f6ren! That&#8217;s what it&#8217;s made for&#8230; \ud83d\ude09 ), der dritte geht ab wie Schmitts Fischsaurier, und w\u00e4hrend man sich das eine &#8211; etwas Phantasie vorausgesetzt, aber unsere Fans sind eh die besten &#8211; auch auf einem nostalgischen Atomzeitaltermarkt vorstellen k\u00f6nnte, weist das andere geradewegs in die Gegenrichtung. So ist das eben: In unserem Alter spielt man nicht mehr irgendwas. Sondern nur noch das, was ordentlich Kies bringt. Nur in der W\u00e4hrung t\u00e4uschen wir uns manchmal. Wir meinen n\u00e4mlich immer noch, es geht um Gef\u00fchle. <\/p>\n<p>Do you fink that I&#8217;m a weltfremd? Hope we are not the \u00f8nly ones.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>11. 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