{"id":474,"date":"2012-12-11T18:03:09","date_gmt":"2012-12-11T17:03:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/creative-commons-was-ist-das-denn-jetzt-schon-wieder\/"},"modified":"2013-08-27T09:40:54","modified_gmt":"2013-08-27T08:40:54","slug":"creative-commons-was-ist-das-denn-jetzt-schon-wieder","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/creative-commons-was-ist-das-denn-jetzt-schon-wieder\/","title":{"rendered":"Creative Commons &#8211; was ist das denn JETZT schon wieder?"},"content":{"rendered":"<p><em>Dienstag, 11. Dezember 2012<\/em><\/p>\n<p>Wir haben es tats\u00e4chlich getan: ein Album unter &#8222;Creative Commons&#8220; Lizenz ver\u00f6ffentlicht. &#8222;JETZT&#8220; unterliegt der Lizenz <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-nd\/3.0\/de\/\" target=\"_blank\">&#8222;CC by nc nd 3.0&#8220;<\/a>. Aber was hei\u00dfen diese kryptischen Buchstabenfolgen?<\/p>\n<div style=\"text-align: center;\"><a rel=\"license\" href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-nd\/3.0\/de\/\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" alt=\"Creative Commons Lizenzvertrag\" style=\"border-width:0\" src=\"http:\/\/i.creativecommons.org\/l\/by-nc-nd\/3.0\/de\/88x31.png\" \/><\/a><br \/>Dieses Werk bzw. Inhalt steht unter einer<br \/>\n<a rel=\"license\" href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-nd\/3.0\/de\/\" target=\"_blank\">Creative Commons Namensnennung &#8211; Nicht Kommerziell &#8211; Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz<\/a>.<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8222;CC&#8220; ist klar, steht f\u00fcr &#8222;Creative Commons&#8220;. Im Prinzip sagt das &#8211; erst einmal: mit einem solchen Werk darf jeder machen was er m\u00f6chte, also es also nach Lust und Laune &#8222;vervielf\u00e4ltigen, verbreiten und \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich machen&#8220;. Kostenlos. Ohne jegliche Geb\u00fchren. Ohne Einschr\u00e4nkung. Das ist die Ausgangsbasis. <\/p>\n<p>Konkret bedeutete das: man k\u00f6nnte ein solches Werk verkaufen, unter eigenem Namen ver\u00f6ffentlichen, f\u00fcr Sachen (z.B. als musikalischen Hintergrund f\u00fcr einen Film o.\u00e4.) verwenden etc. wie es einem grade passt. Weil das f\u00fcr viele Werke so nat\u00fcrlich  nicht sinnvoll ist, speziell f\u00fcr Werke, die dem K\u00fcnstler Aufmerksamkeit oder\/und auch Geld einbringen sollen &#8211; immerhin hat der im Normalfall eine Menge Zeit und Arbeit reingesteckt und von irgendwas muss man auch seinen Lebensunterhalt bestreiten -, kann man diese Ausgangsbasis nun in verschiedenen Aspekten unter Bedingungen setzen oder einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p><strong>by<\/strong><\/p>\n<p>Das &#8222;by&#8220; sagt nun, dass bei Nutzung unser Name angegeben werden muss, so dass klar ist, von wem es ist, und zwar so, dass man uns mit dieser Angabe auch findet. Gut, man k\u00f6nnte sagen, dass das doch selbstverst\u00e4ndlich und gute Kinderstube ist. Sollte es eigentlich auch sein. Da es leider eine Menge Menschen zu geben scheint, die in Sachen Kinderstube ein paar Defizite aufweisen, steht es trotzdem explizit drin. <\/p>\n<p><strong>nc<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;nc&#8220; hei\u00dft &#8222;non-commercial&#8220;, nimmt also &#8222;kommerzielle&#8220; Nutzung explizit aus. Das d\u00fcrfte die weitreichendste Einschr\u00e4nkung des &#8222;Mach damit was du willst&#8220; sein. Das hei\u00dft freilich nicht, dass eine kommerzielle Nutzung nicht m\u00f6glich w\u00e4re, aber es bedeutet: eine solche Nutzung muss mit den K\u00fcnstlern gesondert geregelt werden, da die Erlaubnis f\u00fcr &#8222;vervielf\u00e4ltigen, verbreiten und \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich machen&#8220; f\u00fcr eine solche Nutzung <em>zun\u00e4chst<\/em> nicht erlaubt ist. Sprich: wer einen mit &#8222;nc&#8220; gekennzeichneten CC-Song auf einen Sampler packen m\u00f6chte, den er verkaufen m\u00f6chte, oder z.B. unter seinen Werbespot legen oder in seinem Webshop anbieten m\u00f6chte (selbst wenn der Song selbst dort kostenlos angeboten w\u00fcrde), m\u00fcsste daf\u00fcr unsere Erlaubnis einholen (und u.U. auch etwas daf\u00fcr bezahlen). <\/p>\n<p>&#8222;nc&#8220; beschr\u00e4nkt das &#8222;CC&#8220; also auf &#8222;private Nutzung&#8220; &#8211; wer also einen Song aus &#8222;JETZT&#8220; nutzen m\u00f6chte, um z.B. eine Slideshow seiner Urlaubsfotos oder Filme auf Youtube zu packen und mit einem unserer Songs zu hinterlegen, darf das tun. Wer ein eigenes Musikvideo auf einen unserer Songs dreht, darf das tun und auch ver\u00f6ffentlichen. Wer mit diesem Musikvideo aber Geld verdienen m\u00f6chte, der muss zuerst die Erlaubnis bei uns einholen, da f\u00fcr <em>kommerzielle Nutzung<\/em> die Erlaubnisse, die die CC-Lizenz grunds\u00e4tzlich gibt, nicht gelten.<\/p>\n<p>Dann gibt es auch ein paar Spezialisten, die gern mal einen erz\u00e4hlen von wegen &#8222;was denn daran so schlimm&#8220; sei, wenn jemand anderes auch ein paar Euro an einem Werk verdient ohne was abzugeben, und auch hier kommt gern gleich das Argument der &#8222;Aufmerksamkeit&#8220; hinzu, die man doch auch selbst damit bekomme. Nun, wir machen niemandem einen Vorwurf, weil er sich nicht in diesem &#8222;Musikbusiness&#8220; auskennt. Aber lasst euch sagen: es geht dort anders zu. Und nicht erst, seit das Internet ein relevanter Faktor ist. <a href=\"http:\/\/www.jensscholz.com\/2003\/01\/life-two-warum-ich-der-musikindustrie.htm\" target=\"_blank\">Es gibt Erfahrungen die man macht<\/a>, die man nicht wiederholen m\u00f6chte. Oder selbst erleben.<\/p>\n<p><strong>nd<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;nd&#8220; hei\u00dft nun &#8222;no derivates&#8220;, also &#8222;keine Bearbeitung&#8220;. Damit wird grunds\u00e4tzlich (also f\u00fcr kommerzielle, aber auch private Nutzungen) eine automatische Erlaubnis, einen Song in ver\u00e4nderter Form zu ver\u00f6ffentlichen, aus der grunds\u00e4tzlichen Erlaubnis, alles, man man m\u00f6chte tun zu d\u00fcrfen, ausgenommen. &#8222;Bearbeitung&#8220; bzw. &#8222;Abwandlung&#8220; hei\u00dft z.B. den Text zu \u00e4ndern. &#8222;Nicht automatisch erlaubt&#8220; hei\u00dft aber freilich nicht &#8222;darf man nicht&#8220; &#8211; sondern nur: wir wollen in solchen F\u00e4llen gefragt werden und erlauben solche Bearbeitungen dann individuell. Oder, je nachdem, eben auch nicht. <\/p>\n<p>\u00dcber das &#8222;nd&#8220; haben wir eine Weile nachgedacht. Denn eigentlich k\u00f6nnte man ja sagen, ein &#8222;Missbrauch&#8220; ist \u00fcber das &#8222;nc&#8220; schon verhindert, das hei\u00dft, jemand, der z.B. einen Song nimmt und mit einem eigenen Werbetextchen versieht und z.B. \u00fcber die Musik von Pegasus &#8222;Ich ess&#8216; Leberwurst&#8220; singen l\u00e4sst, wird ja schon \u00fcber das &#8222;nc&#8220; abgefangen. Was also soll das, wieso sollen Fans nicht eigene Strophen beisteuern d\u00fcrfen oder so? D\u00fcrfen sie, wir werden sowas nicht verhindern oder irgendwie &#8222;ahnden&#8220;. Nat\u00fcrlich nicht, warum auch? <\/p>\n<p>Das &#8222;nd&#8220; gibt uns aber die <em>M\u00f6glichkeit<\/em>, dort einzuschreiten, wo wir das f\u00fcr n\u00f6tig halten. Ohne das &#8222;nd&#8220; k\u00f6nnten wir nichts dagegen tun, wenn z.B. irgendwelche Nazis einen Song von uns n\u00e4hmen und mit einem rassistischen Text versehen, denn da greift auch das &#8222;nc&#8220; nicht unbedingt. Wir engagieren uns bekanntlich sehr gegen Nazis und jedwede \u00e4hnliche rassistische und antiemanzipatorische Ideologie, wir spielten schon \u00f6fters auf Anti-Nazi-Veranstaltungen und wir haben einige Songs im Repertoire, die sich mit dem Thema besch\u00e4ftigen und entsprechend deutlich Position beziehen. Nazis missbrauchen nicht selten solche Lieder, und tun das gerne gerade mit Songs von Leuten, die das genaue Gegenteil vertreten. Sie tun das mit voller Absicht, um Leuten, die sich gegen ihre Ideologie stellen, zu dem\u00fctigen. Nicht nur Reinhard Mey und Konstantin Wecker <a href=\"http:\/\/www.wecker.de\/tag_recht2.php?ide=172\" target=\"_blank\">k\u00f6nnen ein Lied davon singen<\/a>. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir nichts dagegen tun, dass Songs &#8222;unver\u00e4ndert&#8220; missbraucht werden, aber zumindest Verdrehungen u.\u00e4. k\u00f6nnen wir so verhindern. Ohne das &#8222;nd&#8220; h\u00e4tten wir hier keinerlei Handhabe, es w\u00e4re tats\u00e4chlich erlaubt, wir k\u00f6nnten nichts gegen so etwas ausrichten.<\/p>\n<p><strong>10 Jahre Creative Commons<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Creative Commons&#8220; feierte ja diese Tage sein 10-j\u00e4hriges, ist also genauso jung wie die Singv\u00f8gel. Der Idee standen wir ja auch bereits l\u00e4nger aufgeschlossen gegen\u00fcber und nutzten CC schon, um bestimmte Songs auf diese Weise zur Nutzung freizugeben; speziell f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/stasi-20\/\">&#8222;Stasi 2.0&#8220;<\/a> bot sich das ja auch mehr als an und wir freuten uns sehr, dass dieser Song dann auch auf Demos wie der &#8222;Freiheit statt Angst&#8220; von Lautsprecherwagen herunterschallte.<\/p>\n<p>Allerdings hatten wir lange Bedenken, ein komplettes Album unter CC zu ver\u00f6ffentlichen, denn CC wird gern missverstanden als &#8222;kostenlos&#8220;. Und da wir einiges an Kosten haben, um Songs zu schreiben und vor allem Studioaufnahmen davon zu machen, k\u00f6nnen wir es uns nicht leisten, die Ergebnisse zu verschenken. So ist das auch mit JETZT, von dem wir hoffen, dass es uns die Produktion des n\u00e4chsten Albums finanzieren m\u00f6ge. Was es nat\u00fcrlich nur kann, wenn mensch, dem es gef\u00e4llt, uns auch ein wenig Geld daf\u00fcr gibt. <\/p>\n<p>Jaja, ich wei\u00df, gern wird gesagt, speziell wenn es um Dateien geht, dass diese doch keinen &#8222;materiellen&#8220; Wert h\u00e4tten und selbst ja auch &#8222;nur&#8220; Kopien seien, und dass technisch eine &#8211; noch dazu verlustlose &#8211; Kopie davon auch immer ein &#8222;mehr&#8220; ist und ergo niemandem was &#8222;stehle&#8220;. Stimmt, f\u00fcr die Datei selbst gilt genau das. Aber nicht f\u00fcr die Arbeit, die n\u00f6tig war, diese Datei zu erm\u00f6glichen. <\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich haben wir und hatten wir nie was dagegen, wenn jemand der Freundin\/dem Freund, dem Bekannten etc. einfach mal eine Kopie des Albums macht, damit sie\/er sich das auch anh\u00f6ren kann. &#8222;Empfehlung&#8220;, \u00fcberdies, hat auch durchaus einen eigenen &#8222;Wert&#8220;. Und wir freuen uns \u00fcber jede(n), die\/der uns seinen Freunden, seinen Bekannten, seinem Umfeld weiterempfiehlt. Damit ihr dies ohne jedwede Rechtsunsicherheit auch tun k\u00f6nnt, haben wir fr\u00fcher halt &#8222;einfach so&#8220; dazu gesagt, dass ihr das d\u00fcrft. Jetzt machen das nur eben ganz &#8222;offiziell&#8220; mit dem Werkzeug der CC-Lizenz.<\/p>\n<p><strong>Warum erst JETZT?<\/strong><\/p>\n<p>Ihr, unsere Fans, wisst nat\u00fcrlich, dass es nicht fair w\u00e4re, z.B. das komplette Album mal eben zum kostenlosen Download auf eine private Homepage zu legen. Obwohl ihr das bei CC-Werken laut Lizenz sogar d\u00fcrftet, ohne dass wir da was dagegen tun k\u00f6nnten. Es w\u00e4re ja nicht nur nicht fair, sondern eben auch kontraproduktiv, denn wenn wir es uns nicht leisten k\u00f6nnen, neue Aufnahmen zu machen und auszuproduzieren, gibt es keine neuen Songs und keine neuen Alben. Oder es gibt sie nur in entsprechend schlechter Qualit\u00e4t, weil mehr finanziell einfach nicht m\u00f6glich w\u00e4re. In so einem Album steckt nicht weniger als ein mittlerer bis hoher 5-stelliger Betrag, rechnet man alle Arbeitszeit, das Equipment, Raummieten, Fahrtkosten etc. pp. zusammen. Wenn das investiert ist, ist noch kein Cent wieder reingekommen.<\/p>\n<p>Das Problem ist allerdings, dass das nicht alle Menschen da drau\u00dfen so sehen und mit dem Argument &#8222;weil ich es kann&#8220; sowas trotzdem tun. Das ist ein gewisses Risiko, vor dem wir bislang etwas zur\u00fcckscheuten. Es ist eine nicht ganz einfache Entscheidung, dieses Risiko einzugehen, denn nat\u00fcrlich sehen wir auch den Wert ebenjenen &#8222;Empfehlens&#8220; &#8211; je mehr Menschen unsere Musik h\u00f6ren, desto mehr kennen uns, desto mehr kaufen vielleicht doch ein Album auch gegen Geld, auf CD zum Beispiel, kommen auf Konzerte, machen die Bude voll, so dass die Chance, gebucht zu werden, vielleicht sogar auch mal mit vern\u00fcnftiger Gage, wiederum steigt; andere wieder kaufen auf diesen mehr Konzerten vielleicht auch eine CD, usw. usw.. <\/p>\n<p>Aber es ist genau diese Zwischenphase zwischen &#8222;Wir k\u00f6nnen noch auf keinen Cent verzichten, da wir trotzdem immer noch den gr\u00f6\u00dften Teil aus eigener Tasche zahlen, und langsam wirds wirklich teuer&#8220; und &#8222;Es kommt langsam genug rein, dass wir auch auf einen Teil verzichten k\u00f6nnen zu Gunsten gr\u00f6\u00dferer Verbreitung und Bekanntheit&#8220; &#8211; den Schritt zu fr\u00fch gemacht, und wir sind schlicht pleite und werden wieder auf ein &#8222;ambitioniertes Hobbyniveau&#8220; zur\u00fcckgeworfen und bleibt drauf h\u00e4ngen. Macht man ihn zu sp\u00e4t, hat man u.U. die Gelegenheit verpasst, einen guten Schub so zu verst\u00e4rken, dass die gewonnene Aufmerksamkeit weitertr\u00e4gt. <\/p>\n<p><strong>Ist CC schon eine Alternative zum etablierten Verwertungsmodell?<\/strong><\/p>\n<p>Wir hoffen, JETZT den richtigen Zeitpunkt erwischt zu haben, vor allem auch deshalb, weil CC langsam aus diesem &#8222;alles kostenlos&#8220;-Image herausw\u00e4chst und auch CC-Nutzer &#8211; egal ob &#8222;Konsument&#8220; oder (Weiter)Verwerter &#8211; langsam merken, dass mit diesem Lizenzmodell eine echte Alternative zu den bisherigen, von der Industrie mit rigidesten Mittel durchgesetzten und dominierten Vorstellungen sogenannten &#8222;geistigen Eigentums&#8220; herangewachsen ist, die Urhebern ein sehr feines Werkzeug zu individuellen Justierung der gew\u00e4hrten Rechte zur Verf\u00fcgung stellt. <\/p>\n<p>Eine Alternative, die dem Fan, dem H\u00f6rer, denen, die einfach nur \u00fcber Musik sprechen m\u00f6chten und sich in der heutigen Zeit, \u00fcber die wunderbare Erfindung &#8222;Internet&#8220;, mit viel mehr Leuten dar\u00fcber austauschen k\u00f6nnen und m\u00f6chten als es davor je m\u00f6glich war, dies uneingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich macht, ohne 4 Semester Jura zu studieren oder in st\u00e4ndiger Angst leben zu m\u00fcssen, jetzt irgendwas &#8222;Illegales&#8220; zu tun, nur weil man mit anderen \u00fcber ein global erreichbares Medium kommuniziert. <\/p>\n<p>Das Urheberrecht gilt ja schon seit Jahrzehnten, aber bis vor wenigen Jahren waren Privatmenschen davon eigentlich v\u00f6llig unbehelligt. Seit einigen Jahren aber wird im Namen des Urheberrechtes (was an sich falsch ist, denn es geht in Wahrheit ja um Verwertungsrechte, die in weiten Teilen meist gar nichts mehr mit dem Urheber zu tun haben, weil diese diese Rechte meist komplett aus der Hand gegegeben haben, teils notwendigerweise, denn anders w\u00fcrde kein industrieller Verwerter deren Werke vermarkten) dieser ganze komplizierte Lizenz-Kram pl\u00f6tzlich zu einem Thema f\u00fcr jede(n), die\/der einfach nur Musik h\u00f6ren m\u00f6chte, und man muss sich pl\u00f6tzlich mit diesen Dingen auskennen, um nicht Opfer von Abmahnanw\u00e4lten zu werden.<\/p>\n<p>Eine Alternative, die aber genauso auch sogenannten &#8222;Verwertern&#8220; tolle M\u00f6glichkeiten bietet, denn weil die Rechte immer f\u00fcr das einzelne Werk gelten und nicht pauschal f\u00fcr alles, erm\u00f6glicht es K\u00fcnstlern wie Verwertern, selbst zu w\u00e4hlen, was in welcher Form weiterverwendet und -verwertet werden kann. <\/p>\n<p>Ein einfaches Beispiel w\u00e4re da nur schon der Charity-Bereich: W\u00e4ren wir jetzt z.B. Mitglieder der GEMA, die bekanntlich  CC-lizenzierte Werke nicht unterst\u00fctzt, k\u00f6nnten wir &#8222;Stasi 2.0&#8220; nicht in der Form freigeben, wie wir es taten &#8211; das hie\u00dfe, wer den Song auf einer Demo \u00f6ffentlich abspielt m\u00fcsste GEMA-Geb\u00fchren zahlen, weil es nicht m\u00f6glich w\u00e4re, diesen einen Song aus der GEMA-Verpflichtung rauszunehmen, da GEMA standardm\u00e4\u00dfig bedeutet: alles zu den selben Bedingungen, was der von ihr vertretene Urheber ver\u00f6ffentlicht &#8211; keine M\u00f6glichkeit, verschiedene Werke verschieden zu behandeln.<\/p>\n<p><strong>Ist CC denn auch gut f\u00fcr&#8217;s Gesch\u00e4ft?<\/strong><\/p>\n<p>Ein echtes Problem bei CC ist dabei bislang allerdings: f\u00fcr kommerzielle Radiostationen o.\u00e4. ist es umst\u00e4ndlich, die m\u00fcssten, wollten sie CC-Material spielen, Einzelverg\u00fctungsvertr\u00e4ge mit jedem K\u00fcnstler abschlie\u00dfen. Was sie nicht tun, denn der Aufwand w\u00e4re nat\u00fcrlich schlicht zu hoch. Ohne zentrale Verwertungsgesellschaft braucht kein Musiker davon tr\u00e4umen, sich je im Radio zu h\u00f6ren. <\/p>\n<p>\u00c4hnliche Probleme gibt es auch f\u00fcr Diskos, Clubs etc., dort wird, wenn CC-Musik gespielt wird, im Normalfall einfach nicht verg\u00fctet. Im d\u00fcmmsten Fall zahlt so ein Club sogar eine Pauschale an die GEMA, die allerdings nat\u00fcrlich diese Gelder ausschlie\u00dflich an ihre Mitglieder verteilt. Die keine CC-K\u00fcnstler sein k\u00f6nnen, denn eine solche M\u00f6glichkeit sieht eine solche Mitgliedschaft nicht vor. Hei\u00dft: wenn an einem Abend 99 CC-Songs und 1 GEMA-Song gespielt wird, wird dieser komplette Abend GEMA-pflichtig, aber die CC-K\u00fcnstler sehen keinen Cent von dem nicht wenigen Geld, das der Veranstalter f\u00fcr den kompletten Abend an die GEMA abf\u00fchrt. Und dass der Veranstalter &#8222;doppelt&#8220; zahlen soll, ist freilich auch nicht einzusehen.<\/p>\n<p>Kurz und knapp hei\u00dft das: die Einnahmequellen, die ein GEMA-K\u00fcnstler hat, haben CC-K\u00fcnstler (noch) nicht. Wenn sie also Einnahmen generieren m\u00f6chten, geht das nur direkt. \u00dcber Musikverk\u00e4ufe, ob digital oder auf CD, Merchandising, das vorher auch erst mal eingekauft werden muss und Gagen, die klein und rar sind heutzutage, wenn es \u00fcberhaupt welche gibt, denn  die Pest des &#8222;Pay-to-Play&#8220;, also dass Musiker daf\u00fcr zahlen sollen, dass sie irgendwo auftreten &#8222;d\u00fcrfen&#8220; breitet sich auch schon l\u00e4nger aus in der Live-Szene. &#8222;Spielt doch als Support f\u00fcr eine bekannte Band&#8220; &#8211; auch da ist inzwischen \u00fcblich, dass man sich in solche &#8222;Gelegenheiten&#8220; einkaufen m\u00fcsste. Ich denke, was ich oben als &#8222;Risiko&#8220; beschrieb wird unter diesen Rahmenbedingungen nachvollziebar. Wir sind zwar idealistisch. Aber nicht naiv.<\/p>\n<p><strong>Professionelles CC: die C3S<\/strong><\/p>\n<p>Hier hoffen wir darauf, dass die Initiative zur Gr\u00fcndung einer alternativen Verwertungsgesellschaft so schnell wie m\u00f6glich realisiert werden kann. Die <a href=\"http:\/\/c3s.cc\/\" target=\"_blank\">C3S<\/a> ist letztlich der konsequente und notwendige Schritt zur Professionalisierung der Creative Commons Idee. <\/p>\n<p>Die Vorteile f\u00fcr den privaten Musikfan bleiben vollkommen erhalten, &#8222;CC&#8220; bedeutet f\u00fcr den Privatnutzer nicht mehr und nicht weniger als &#8222;Braucht sich keinen Kopf zu machen&#8220;; die wenigen Einschr\u00e4nkungen, die ihn vielleicht betreffen k\u00f6nnten, sind in den K\u00fcrzeln auf einen Blick klar ersichtlich und eindeutig.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr bringt eine Verwertungsgesellschaft, die (im Gegensatz zur GEMA) Werke und nicht Personen vertritt, f\u00fcr den Urheber selbst maximal feinjustierbare Kontrolle dar\u00fcber, welche Rechte er von der Gesellschaft f\u00fcr welches Werk vertreten und verwertet sehen m\u00f6chte und welche nicht, und f\u00fcr kommerzielle Nutzer und Verwerter den Vorteil, auch f\u00fcr CC-Werke einen einzigen Ansprechpartner zu haben, bei dem er entsprechende Rechte f\u00fcr seine Bed\u00fcrfnisse einholen kann und die zentral die Verg\u00fctungen daf\u00fcr einnimmt und an die einzelnen K\u00fcnstler weiterreicht. Und das auch hier sehr fein granulierbar.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund unterst\u00fctzen wir die Idee der <a href=\"http:\/\/c3s.cc\/\" target=\"_blank\">C3S<\/a> auch aktiv. Und rufen K\u00fcnstler wie auch Musikliebhaber dazu auf, dies auch zu tun. (Nicht nur) K\u00fcnstler k\u00f6nnen dies vor allem auch damit tun, dass sie beim <a href=\"startnext.de\/c3s\" target=\"_blank\">Crowdfunding der C3S<\/a> mitmachen und Genossenschaftsanteile zeichnen. Damit sich Creative Commons und der Gedanke dahinter irgendwann so stark und als so selbstverst\u00e4ndliche Option durchsetzt, dass es nicht mehr n\u00f6tig sein wird, solche langen Monsterartikel zu schreiben wie diesen hier, nur um euch zu erkl\u00e4ren, was das eigentlich ist, sein soll und wof\u00fcr es gut ist&#8230;. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dienstag, 11. 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