{"id":915,"date":"2014-03-07T17:48:11","date_gmt":"2014-03-07T16:48:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.singvoegel.com\/?p=915"},"modified":"2014-03-09T20:43:13","modified_gmt":"2014-03-09T19:43:13","slug":"aus-dem-naehkaestchen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/aus-dem-naehkaestchen\/","title":{"rendered":"Aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/wp-content\/Westwind_Motiv_Blog.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-616\" alt=\"Westwind_Motiv_Blog\" src=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/wp-content\/Westwind_Motiv_Blog.jpg\" width=\"1599\" height=\"680\" srcset=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/wp-content\/Westwind_Motiv_Blog.jpg 1599w, http:\/\/www.singvoegel.com\/wp-content\/Westwind_Motiv_Blog-300x127.jpg 300w, http:\/\/www.singvoegel.com\/wp-content\/Westwind_Motiv_Blog-1024x435.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1599px) 100vw, 1599px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es dauert noch ein bisschen. Mit dem Album. Habt Ihr noch etwas Zeit? Wir, f\u00fcr unseren Teil, m\u00fcssen welche haben. Zum einen, weil sich unser Produzent Ingo doch nicht nur einen Tinnitus zugezogen hat, sondern einen schweren H\u00f6rsturz. Das ist was Gr\u00f6\u00dferes \u2013 und da hilft leider nur Ruhe: auf die Ohren!<\/p>\n<p>Das war nat\u00fcrlich nicht eingeplant \u2013 von niemandem. Zum Gl\u00fcck sind wir das gew\u00f6hnt. Nicht H\u00f6rst\u00fcrze oder \u00e4hnlich erschreckende Unbill, sondern, dass Dinge Zeit brauchen. Wir arbeiten schon ziemlich lange an dieser Platte \u2013 da kommt&#8217;s jetzt auf ein paar weitere Wochen nicht sooo an. Nat\u00fcrlich fiebern wir dem finalen Mix entgegen. Aber daf\u00fcr muss Ingo erstmal genesen. Zeit&#8230;<\/p>\n<p>Wir schicken nat\u00fcrlich all die Pledge-Goodies an Euch raus, was wir schon verf\u00fcgbar machen k\u00f6nnen \u2013 sind ja Eure! Wir wissen, was wir Euch verdanken. Und damit&#8217;s jetzt nicht ganz so langweilig wird mit der Warterei \u2013 ich h\u00f6r Euch schon aufs Tischlein trommeln, n\u00fctzt aber nix \u2013 erz\u00e4hl ich Euch eine Geschichte. Die von der Platte &#8222;Westwind&#8220;. Wie das begann.<\/p>\n<p>Was meint Ihr, wann? <a href=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/achtung-aufnahme\/\">Dass wir auf ner d\u00e4nischen Insel waren<\/a>, wegen guter Luft f\u00fcr Karans Lungen und guter Atmo f\u00fcr uns alle, davon war in den letzten Wochen ja bereits viel die Rede. Da gab&#8217;s ja Beweise! <a href=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/videos-wir-empfehlen-microrebels\/\">George hat alles gefilmt!<\/a> Und Euch gezeigt. Jedenfalls viel davon. Den Rest erz\u00e4hl ich hier. Nicht, um anzugeben. Sondern um Euch mal so ganz innen rein gucken zu lassen.<\/p>\n<p>Das, woraus jetzt Westwind wird, begann nicht auf R\u00f8m\u00f8. Dort machten wir die Aufnahmen. Die Arbeit an den Liedern begann im Februar letzten Jahres.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ipernity.com\/doc\/singvoegel\/19979669\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" alt=\"\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/28\/96\/69\/19979669.c7ad9b5e.500.jpg?r1\" width=\"334\" height=\"500\" \/><\/a>Ein neues Album ist immer auch eine Positionierung. Ein Weitermachen, ein Vorw\u00e4rts. Manchmal werden wir gefragt, warum wir nicht einmal diesen oder jenen &#8222;alten&#8220; Song auf ein neues Album nehmen. Ganz einfach: weil ein neues Album f\u00fcr uns ein Schritt weiter ist. Mit neuen Songs. Die &#8222;alten&#8220; sind die Basis, die Erfahrung, die gest\u00e4rkten Muskeln, Sehnen und Knochen, die uns erm\u00f6glichen, Dinge mit neuer Kraft und neuem Elan zu tun. Ein neues Album zum Beispiel. Das uns zeigt, wie wir jetzt sind. Was wir jetzt sind.<\/p>\n<p>Also setzten wir uns hin und machten Songs. Rohe Skizzen. <a href=\"http:\/\/fawm.org\" target=\"_blank\">FAWM<\/a> ist eine gute Gelegenheit dazu \u2013 jener weltweite Nichtwettbewerb mit dem Ziel N = m 14\/28. Das meint: pro Nase m\u00f6glichst 14 Lieder entwerfen \u2013 was immer mensch darunter versteht \u2013 in 28 Tagen. Also alle zwei Tage irgendwas &#8222;fertigkriegen&#8220;, was sich andere anh\u00f6ren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich hatte Ideen, die wollte ich klanglich ein bisschen illustrieren \u2013 es reichte mir diesmal nicht, einfach zur Klampfe was zu singen. Ich nahm mir die Zeit und schrieb Texte. Muss schnell gehen, mag ich schon mal nicht, aber f\u00fcr Instrumentals bin ich schon gar nicht so der Typ. Hab ja ein bisserl Routine mit der Verseschmiederei. Vertonen dauert eh l\u00e4nger bei mir: Nicht jeder Einfall f\u00fchrt zu vorf\u00fchrbaren Ergebnissen; manchmal probiert man stundenlang an was herum, dann ist der Tag vorbei und die Nacht auch, aber es ist nix bei raus- oder rumgekommen.<\/p>\n<p>Ich geh ja mehr von Riffs aus als von Harmonik. Wenn mir ein Riff gef\u00e4llt, spiel ich das so lange, bis ich es kann. Dann such ich das n\u00e4chste: sollte dazupassen. Brauch noch eine Steigerung f\u00fcr den Refrain&#8230; Das meiste entsteht bei mir an der Gitarre. Wenn mir die Parts soweit ausreichend erscheinen \u2013 f\u00fcr einen Rohbau \u2013 nehm ich das auf.<\/p>\n<p>Singe dann erst einmal den Text dr\u00fcber, was vom Gesang her meist sehr schmutzig und schepps ger\u00e4t f\u00fcrs erste unge\u00fcbte Mal, aber diese Spur dient der Orientierung, dass ich bei weiteren Instrumentalparts, die ich noch dazuspiele, jeweils wei\u00df, wo ich grad bin im St\u00fcck. So entsteht das Schicht f\u00fcr Schicht. Die eine Gitarre macht Lust auf eine zweite, die will auch erst erknobelt, grob einge\u00fcbt \u2013 und gleich aufgenommen werden, um zu h\u00f6ren, ob und wie&#8217;s funzt. Je nach St\u00fcck k\u00fcmmere ich mich dann erst um Gesang oder um Bass.<\/p>\n<p>Das Ganze bleibt ziemlich grob, viel Zeit ist ja nicht bis zum Upload. Den Mix muss ich mit meinem kleinen Netbook hinfummeln: seit Jahren mein einziger &#8222;Computer&#8220;. Unsere gro\u00dfe 24-Spur-Aufnahmekonsole ist f\u00fcr eilige Skizzierwut viel zu umst\u00e4ndlich in der Bedienung, 2009 haben wir mit dieser &#8222;Rappelkiste&#8220; unser komplettes Album &#8222;F\u00fcr Zeiten wie diese&#8220; aufgenommen und sogar abgemischt.<\/p>\n<p>Wenn ich zu Hause aufnehme, dann nutze ich das gute St\u00fcck nat\u00fcrlich noch immer \u2013 aber zum eigentlichen Mixen wandern die Einspielungen inzwischen Spur f\u00fcr Spur auf den Computer. Da l\u00e4sst sich leichter arrangieren. Die Singv\u00f8gel-Mixe werden nat\u00fcrlich auf einem anderen Computer bearbeitet. Denn mein eigenes Netbook ist nunmal kein vollwertiger PC und zu schwach, selbst diese kleinen Versuchs-Arrangements mit ein paar Effekten in Echtzeit abzuspielen: Was nicht hinhaut, h\u00f6r ich immer erst am Ergebnis, und wenn das zu grobe Fehler hat, geht die Blindmixerei von vorne los. Drei-vier Stunden sind da schnell rum: blo\u00df um den Bass etwas weniger wummerig, den Beat deutlich genug, den Gesang h\u00f6rbar zu kriegen \u2013 und wenigstens ahnen zu lassen, worauf die Gitarre eigentlich hinaus will, oder umgekehrt.<\/p>\n<p>So und so \u00e4hnlich. Song f\u00fcr Song, Einfall f\u00fcr Einfall. Schlafen, Essen \u2013 sogar Sex wird zur Nebensache in solchen Phasen. Alles andere bleibt sowieso liegen in der Zeit.<\/p>\n<p>Auf Facebook erkl\u00e4rt man mich f\u00fcr verschollen. Ich hoffe, das Finanzamt glaubt das auch. Allerletzte Steuererkl\u00e4rungs-Deadline war vorgestern. Ich hab noch zu tun. Ich hab keine Zeit f\u00fcr Existenzsorgen, ich bin Musiker. Wow, das Riff knallt! Aber der Bass mumpft schon wieder. Also &#8222;flugs&#8220; nochmal von vorn! Oder kann ich das so lassen \u2013 f\u00fcr die Skizze? Es ist nachts halb vier, ich fummle seit 15 oder 16 Stunden zwischen Kabeln, Ger\u00e4ten, Instrumenten und Tr\u00e4umen herum, Bilder im Kopf, der Wein ist alle, meine Ohren klingeln.<\/p>\n<p>Karan und Sven haben nat\u00fcrlich ihre eigenen Arbeitsweisen und nutzen den Februar ebenfalls, neue Lieder zu schreiben, zu texten &#8211; in dem Fall Karan, denn Sven beschr\u00e4nkt sich meist auf Instrumentals, au\u00dfer er macht eine &#8222;Collaboration&#8220;, also einen Song zusammen mit anderen. Oft schon mit Karan.<\/p>\n<p>Am Ende dieser intensiven Zeit des Komponierens und Textens jedenfalls standen wir mit etwa 30 neuen Songskizzen verschiedenster Qualit\u00e4ten und Couleur da.<\/p>\n<p>Ab M\u00e4rz 2013 setzten wir uns dann an die Proben. Anprobe k\u00f6nnte man&#8217;s zun\u00e4chst nennen \u2013 noch lang nix f\u00fcr B\u00fchnenreife oder Plattenperfektion. Es war eh noch offen, was wir \u00fcberhaupt ausw\u00e4hlen w\u00fcrden f\u00fcr die Singv\u00f8gel, denn nicht alle diese Songs sind auch f\u00fcr die Band geeignet. Oder f\u00fcrs Album. Bei einigen ist das schon recht eindeutig klar, bei anderen galt es, das genauer zu pr\u00fcfen. Ob wir alle drei uns damit identifizieren k\u00f6nnen. Ob es zu uns passt. Singv\u00f8gel-Songs sind erst Singv\u00f8gel-Songs, wenn wir alle drei sie als &#8222;unser&#8220; begreifen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Aufgabe dann: die Songideen, auf die wir uns einigen konnten, f\u00fcrs Trio zu arrangieren. Wir experimentieren herum \u2013 welche Instrumentierung taugt \u00fcberhaupt f\u00fcr diesen oder jenen Song? Ausprobieren! Ganze Parts werden umgearbeitet, damit&#8217;s in unserer Besetzung spielbar wird. Ab und zu hat man ja auch Live-Auftritte, da k\u00f6nnen ein paar neue Songs nicht schaden.<\/p>\n<p>Von den Arrangements der ersten Skizzen bleibt selten viel \u00fcbrig \u2013 daf\u00fcr entstehen um so bessere neue. Wenn sich jeder von uns einen Song, der bislang nur einem von uns entstammte, zu eigen gemacht hat, dann ist aus einem solchen Song ein gemeinsamer geworden. Ein Singv\u00f8gel-Song.<\/p>\n<p>Der ist dann probereif. Wenn ein Gig ansteht, beginnt hier erst die eigentliche Arbeitsphase. Die erspar ich Euch hier. Die Tage vergehen wie im Flug. Und die Aufnahmen r\u00fccken n\u00e4her. Und damit auch die Spannung, welche Songs denn am Ende auf dem Album landen werden. Denn in dieser Frage hat dann auch <a href=\"http:\/\/ingovogelmann.com\" target=\"_blank\">Ingo<\/a> ein Wort mit zu reden. Er ist ja immerhin der Produzent.<\/p>\n<p>Kurz vor der Abfahrt nach D\u00e4nemark spendierte ich meinen drei Gitarren und zwei B\u00e4ssen neue Saiten. Gute Saiten kosten Geld. Aber gute Saiten sind wichtig, wenn man Aufnahmen m\u00f6chte, auf denen ein Bass nicht nur n\u00e4herungsweise nach Bass klingt. Die alten schepperten schon. Eine Marken-Mundharmonika hab ich mir auch noch geleistet.<\/p>\n<p>In meiner Jugend kosteten die mal neun Mark und galten als Verschlei\u00dfteile, man tauchte sie nach dem dritten Song ins Bier, blies noch ein Solo und schmiss sie dann weg. Aber mit denen nahm man ja auch keine Platte auf. Diese hier spricht tonal viel besser an als irgendwelche Plastikteile f\u00fcr dreifuffzig, die ich nimmer sehen, schmecken und h\u00f6ren mag. In Zukunft nur noch Marken-Bluesharps \u2013 bis jetzt h\u00e4lt die teure sogar durch!<\/p>\n<p>Den Bandbus packten wir dann so voll, dass Sven den letzten Gitarrenst\u00e4nder mit Klebeband am Restgep\u00e4ck fixieren musste, damit er beim Zuschlagen der Heckklappe nicht noch schnell wieder herausfiel. Dabei h\u00e4tten wir uns einige schwere Teile schenken k\u00f6nnen \u2013 aber das wussten wir vorher nicht, auch wenn wir&#8217;s hier und da schon ahnten. Aber R\u00f8m\u00f8 ist weit weg, was fehlt kann man da nicht mal eben holen gehen. Wir nahmen also mit, was irgendwie ins Auto passte. Zu f\u00fcnft dann zwei Wochen auf einer kleinen d\u00e4nischen Insel: wir drei V\u00f8gel, Ingo als Produzent und <a href=\"http:\/\/microrebels.com\" target=\"_blank\">George<\/a>, der uns mit seinen diversen Kameras \u00fcberall hin begleitete, auf dass wir sp\u00e4ter f\u00fcrs Crowdfunding und f\u00fcr das ein oder andere Musikvideo Material haben. Das filmt und bearbeitet sich ja auch nicht von selbst.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/RcU7pVCgtPk?list=PLYfRPcr77CgsG5ywIVvquIQrQP-Z3KFAj\" height=\"480\" width=\"853\" allowfullscreen=\"\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n<p>Das komplette Gitarrensound-Equipment \u2013 fetter Verst\u00e4rker mit einem ebenso fetten Koffer voller &#8222;Bodentreter&#8220; und weiterer Ger\u00e4te zum Klanganfetten \u2013 stand im Ferienhaus nur zu Demo- oder \u00dcbungszwecken im Eck herum. Genug Platz war ja dort! Ein kurzer Check hatte ergeben, dass die ganze Anlage f\u00fcr die eigentlichen Aufnahmen viel zu stark rauschte, brummte oder sonstige missliebige Zusatzt\u00f6nchen von sich gab. Live geh\u00f6rt das zur Atmo, aber auf Platten will sowas keiner h\u00f6ren. Jedenfalls nicht in dieser Intensit\u00e4t.<\/p>\n<p>Auf &#8222;sauberes Signal&#8220; achtend, st\u00f6pselt mir Ingo die Gitarre direkt ins Mischpult \u2013 und macht den endg\u00fcltigen Sound mit seiner Studiosoftware. Virtuell krieg ich eine Ahnung davon in die Kopfh\u00f6rer gespielt beim Aufnehmen \u2013 aber wie&#8217;s am Schluss wirklich klingen wird, entscheidet Ingo erst beim Abmischen. Also lange nach den Aufnahmen.<\/p>\n<p>Wir hatten ja den Luxus, viele davon machen zu k\u00f6nnen. Nicht nur das N\u00f6tigste, sondern praktisch alles, was uns einfiel. Womit die einzelnen Parts zu den Songs gemeint sind.<\/p>\n<p>Bei den Aufnahmen zur &#8222;Jetzt&#8220;, die wir ja noch im eigenen engen Proberaum einspielten \u2013 unter erheblichem Zeitdruck, aber nicht minder gut gelaunt \u2013 hatte Ingo zwei von den neun Tagen f\u00fcr technische Vorbereitungen aufgewendet, und nur ein Bruchteil davon war der Aufbau der Ger\u00e4te selbst. Ein ganzer Tag ging drauf mit Verkabeln und Neuverkabeln \u2013 bis wirklich nichts mehr rauschte, brummte oder knisterte.<\/p>\n<p>Auf R\u00f8m\u00f8 hatten wir&#8217;s da etwas leichter \u2013 da war wohl auch das Stromnetz etwas st\u00f6rungsfreier als in meiner heimischen Bauernhaus-WG. Am gro\u00dfartigsten war die Raumfreiheit. Platz genug, jedes erdenkliche Setup aufzubauen \u2013 Schlagzeug, Klavier, Gitarren, B\u00e4sse, Mikrofone, alles in bequemem Abstand voneinander \u2013 und stehenlassen zu k\u00f6nnen, bis man es wieder brauchte!<\/p>\n<p>Zum Essen und Kl\u00f6nen konnten wir uns ein paar Meter weiter in den ausgedehnten Wohnbereich reinl\u00fcmmeln, ohne Gefahr zu laufen, \u00fcber Kabel zu stolpern oder wom\u00f6glich ein Instrument anzurempeln aus Versehen. Fylgiana, meine teure Akustikgitarre, eine Ovation Collector, fiel vor Jahren mal durch so ein Anrempeln aus dem St\u00e4nder und knallte auf Steinboden, ein St\u00fcck der Kopfplatte brach ab. Nur ein \u00e4sthetisches Manko \u2013 Gl\u00fcck gehabt.<\/p>\n<p>Eins unserer dicken R\u00f6hrenmikrofone erwies sich im Studio R\u00f8m\u00f8 als ganz kaputt \u2013 es krackste und spratzelte nur noch. Gl\u00fccklicherweise hatten wir zwei davon, das andere war heil. Das kaputte erwies sich sp\u00e4ter als nicht reparierbar. Ich orderte seufzend ein baugleiches neues. Meine Gage f\u00fcr einen supersch\u00f6nen Gig in \u00d6sterreich ging daf\u00fcr drauf \u2013 aber ich bin froh, wieder ein taugliches Gesangsmikrofon zu haben. Gute Aufnahmen brauchen gutes Equipment. Und gutes Equipment bedeutet Kosten.<\/p>\n<p>Ich fl\u00fcstere Euch diese ganzen banalen Details, um einen atmosph\u00e4rischen Eindruck zu vermitteln, was es hei\u00dfen kann, &#8222;mal eben&#8220; ein Album mit 12 Liedern aufzunehmen. Woher diese Lieder kommen, wie sie entstehen, was daf\u00fcr aufgewendet wird, damit sie entstehen k\u00f6nnen \u2013 und sie dann irgendwann aus deinen Boxen dudeln: m\u00f6glichst so, dass sie gefallen.<\/p>\n<p>Extra ans Nordmeer zu fahren, um dort in Ruhe und guter Luft singen zu k\u00f6nnen, war speziell auch f\u00fcr Karan kein Luxus, sondern schiere Notwendigkeit, ihr Bestes geben zu k\u00f6nnen. Sie sang fantastisch. H\u00f6rt&#8217;s Euch an.<\/p>\n<p>Zwei Wochen ablenkungsfrei an den Songs arbeiten zu k\u00f6nnen, ohne \u00fcber Kabel zu solpern, zwischen \u00dcbernachtungsplatz und Studio hin und herzufahren und damit Zeit zu verplempern, ohne uns gegenseitig auf den F\u00fc\u00dfen rumzustehen und mit der M\u00f6glichkeit, bei Bedarf auch mal kurz &#8222;raus&#8220; zu gehen, in eine weite Landschaft, die es erm\u00f6glicht, sich den Kopf durchpusten zu lassen war kein Luxus &#8211; zwei Wochen intensive Aufnahmen, da reibt und knarzt es, speziell wenn drei &#8211; nein, vier sehr eigenwillige Pers\u00f6nlichkeiten zusammenkommen, um etwas gemeinsames zu erarbeiten. Das ist normal. Aber das geh\u00f6rt eben deshalb auch ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ipernity.com\/doc\/singvoegel\/18604931\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"\" src=\"http:\/\/u1.ipernity.com\/9\/49\/31\/18604931.933d4307.500.jpg?r1\" width=\"500\" height=\"357\" \/><\/a>Nach den Aufnahmen hatte Ingo 12 neue Songs auf der Festplatte. Das hei\u00dft: er hatte nicht 12 Songs. Er hatte hunderte einzelner Instrumentenaufnahmen. Schnell kamen &#8211; pro Song! &#8211; bis zu 5 Pianospuren, 3 Drumvarianten, 10 Gitarren, gezupft, geschlagen, anders gezupft, anders geschlagen, drei verschiedene akustische, mit 6 oder 12 Saiten, oder auch elektrische, hinzu. Dazu Bassspuren, 4-5 oder mehr Gesangsspuren. Fl\u00f6ten, Mundharmonikas und hier und da noch ein Shaker, Schellenkranz oder sonstige spezielle Instrumente. Ach ja, und die der Gastmusiker. Alex spielte ja ebenfalls einige Spuren auf diversen Gitarren ein, und eine Fiddle kam \u00fcbers Internet von Ansgar dazu.<\/p>\n<p>Jede dieser Spuren musste \u00fcber den Sommer und Herbst entlang jetzt einzeln angeh\u00f6rt werden und ges\u00e4ubert. sie m\u00fcssen auf Knackser, kleine Fehler oder Ungenauigkeiten gepr\u00fcft werden, auch technisch m\u00fcssen die Signale vers\u00e4ubert werden, die Frequenzen m\u00fcssen stimmen. Um den eigentlichen Mix \u00fcberhaupt beginnen zu k\u00f6nnen braucht es saubere Spuren, denn je mehr Spuren in einenm Mix zueinander finden, desto wichtiger wird es, dass diese sich nicht gegenseitig st\u00f6ren, auseinanderlaufen oder verschiedene Frequenzbereiche sich auf unangenehme Weise ausl\u00f6schen, verst\u00e4rken oder \u00fcberlagern.<\/p>\n<p>Erst wenn als diese Arbeit erledigt war konnte Ingo an den eigentlichen Mix gehen. Aus den zig Spuren und Varianten f\u00fcr jeden Songpart den &#8222;richtigen&#8220; raussuchen. Ins Arrangement einpassen. Die gew\u00fcnschte Dramaturgie des Songs damit aufbauen. Sie im Raum paltzieren. So dass sie alle transparent zu h\u00f6ren sind, aber dennoch ein Ganzes ergeben und dem H\u00f6rer eine Geschichte erz\u00e4hlen k\u00f6nnen. Dem Kopf, dem Bauch und dem Herzen gleicherma\u00dfen.<\/p>\n<p>Wenn ein Projekt \u00fcber einen so langen Zeitraum verl\u00e4uft geht das nicht ohne ungeplante Dinge ab. Das Leben ist bekanntlich das, was passiert, w\u00e4hrend man ganz andere Pl\u00e4ne macht. Im Herbst wanderte Ingo aus Deutschland aus und zog auf die Philippinen, nach Manila. Daten um den halben Globus zu senden ist kein Problem, heutzutage, ob wir etwas nach Essen oder nach Manila schicken macht keinen Unterschied. Studioequipment allerdings muss auch heute noch auf dem selben Weg transportiert werden wie vor 200 Jahren: \u00fcbers Meer. Gut, moderne Containerschiffe schaffen den Weg heute in Wochen und nicht mehr in halben oder ganzen Jahren. Aber 9 Wochen waren 9 Wochen.<\/p>\n<p>Das Crowdfunding f\u00fcr Westwind &#8211; der Name des neuen Albums, den wir auf R\u00f8m\u00f8 gefunden haben &#8211; oder besser: den R\u00f8m\u00f8 uns schon regelrecht aufdr\u00e4ngte &#8211; startete im November letzten Jahres mit \u00fcber einem Monat Versp\u00e4tung zum urspr\u00fcnglichen Zeitplan. Und es endete Mitte Februar diesen Jahres, also zu beinahe dem Zeitpunkt, an dem wir ein Jahr vorher mit der Arbeit an diesem Album begannen.<\/p>\n<p>Mit der Unterst\u00fctzung des Crowdfundings erm\u00f6glichtet ihr uns, das Album jetzt fertig stellen zu k\u00f6nnen. Die 3000 Euro, die dar\u00fcber reinkamen, sind zur H\u00e4lfte schon ausgegeben, denn sie finanzieren auch einen Teil der Kosten f\u00fcr die Aufnahmen auf R\u00f8m\u00f8. Der andere Teil geht in die Produktion der physikalischen CD: Glasmaster, Pressung, Digipak, Booklet, Konfektionierung. Sobald die Songs fertig gemastert sind. Das Presswerk steht in den Startl\u00f6chern.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/wp-content\/1902749_801092743239587_1233961239_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-928 alignleft\" alt=\"Aus Atlantis Still\" src=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/wp-content\/1902749_801092743239587_1233961239_n-300x168.jpg\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/wp-content\/1902749_801092743239587_1233961239_n-300x168.jpg 300w, http:\/\/www.singvoegel.com\/wp-content\/1902749_801092743239587_1233961239_n.jpg 700w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Wir sind nat\u00fcrlich dennoch nicht unt\u00e4tig. Wir konnten die K\u00fcnstlerin <a href=\"http:\/\/www.diana-kennedy.eu\/\" target=\"_blank\">Diana Kennedy<\/a> gewinnen, uns ein Zeichentick-Video zu &#8222;Aus Atlantis&#8220; zu machen. Die ersten Stills haben wir schon gesehen, das wird atemberaubend, ihr werdet sehen! Dar\u00fcber werden wir aber zu einer anderen Zeit noch ausf\u00fchrlicher berichten.<\/p>\n<p>Wann das Album erscheint, h\u00e4ngt jetzt von Ingos Genesung ab \u2013 aber sobald es in seinen Geh\u00f6rg\u00e4ngen nicht mehr rauscht, piepst oder sonstwie sprackselt, wird er nochmals mehrere Tage und N\u00e4chte lang an den Songs feinjustieren und seinem Zaubercockpit alles entlocken, was er kann, um unseren Liedern den Glanz und auch Druck zu verleihen, den die Ideen dahinter verdient haben.<\/p>\n<p>&#8222;In unserem Alter singt man nicht mehr irgendwas&#8220; \u2013 das ist weniger eine Werbezeile, sondern schlicht ernst gemeint.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"100%\" height=\"350\" scrolling=\"no\" frameborder=\"no\" src=\"https:\/\/w.soundcloud.com\/player\/?url=https%3A\/\/api.soundcloud.com\/playlists\/17616515&amp;color=ff5500&amp;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;show_artwork=true\"><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/umsonst-ist-nicht-kostenlos\/\">Musikmachen ist im Grunde ein kompletter Irrsinn<\/a>. Es bestimmt dein Leben \u2013 oder du machst es eben nur nebenbei, als &#8222;Hobby&#8220;. Ich wei\u00df oft nicht, wovon ich leben soll \u2013 aber solang ich wei\u00df, wof\u00fcr, glaube ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin.<\/p>\n<p>Die Singv\u00f8gel gibt es dem Namen nach jetzt seit \u00fcber 10 Jahren, anfangs tingelten Karan und ich unter diesem Namen als launig-verschrobenes Duo durch Clubs und einige sehr merkw\u00fcrdige Orte (wo wir zuweilen wunderbare Menschen trafen), hinterlie\u00dfen Songs an Lagerfeuern, die heute noch gern gespielt werden (auch ohne uns).<\/p>\n<p>Seit Sven auf ersten Dreier-Sessions 2006, bei denen er uns &#8222;eigentlich&#8220; nur perkussiv unterst\u00fctzen wollte, St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck sein Schlagzeug aufzubauen begann, wurden wir die Rockband, die ihr heute kennt. Keine von der Stange. Wir bekamen 2007 ein h\u00fcbsches Portrait auf ARTE TV und hatten einen bombigen Live-Einstieg vor jubelnden Fans in der Wiener Arena \u2013 lang her, und viel ist passiert seitdem. Womit ich nur sagen will: Wir haben einiges mitgemacht miteinander, das d\u00fcrft Ihr uns glauben. All das wird man auch auf unserem neuen Album h\u00f6ren. Wer wir sind, woher wir kommen, und wohin wir wollen.<\/p>\n<p>Die Welt geht seit Jahren unter, und wir leben, komponieren, texten, singen, spielen und trommeln noch immer \u2013 und immer weiter, mit ganzem Herzblut! Dank Eurer Unterst\u00fctzung, Eurem Feedback, Euren ermutigenden Blicken, Worten und Taten. Wir t\u00e4ten das auch, wenn es uns verboten w\u00fcrde. Wir haben alle unsere eigene Laufbahn. Da sehen und erleben wir merkw\u00fcrdige Sachen. Rauch und Feuer in Gorleben vor ein paar Jahren, zum Beispiel. Auch einer dieser &#8222;Pl\u00e4tze himmlischen Friedens&#8220; \u2013 woanders brennt&#8217;s noch mehr und viel \u00e4rger, aber weder die Ukraine noch Syrien sind heutzutage wirklich weit weg.<\/p>\n<p>Wir leben in aufregenden Zeiten. Lasst uns was draus machen. F\u00fcr uns und Euch jetzt erstmal &#8222;Westwind&#8220;. Dann sehen wir weiter. Bleibt beherzt, habt Vertrauen, bewahrt Eure Tr\u00e4ume \u2013 oder tr\u00e4umt neu. Wir liefern Euch Lieder, die tropfen und gl\u00e4nzen, lachen und weinen. Wir meinen&#8217;s ernst. Habt Spa\u00df. Und habt Dank!<\/p>\n<p>tl;dr: Musikmachen ist derart aufwendig, dass es sich lohnt, daf\u00fcr zu leben. Mit Fans wie Euch erst recht.<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211;&gt; <a href=\"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/tag\/westwind\/\">Alle Beitr\u00e4ge zum neuen Album WESTWIND<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es dauert noch ein bisschen. Mit dem Album. Habt Ihr noch etwas Zeit? Wir, f\u00fcr unseren Teil, m\u00fcssen welche haben. Zum einen, weil sich unser Produzent Ingo doch nicht nur einen Tinnitus zugezogen hat, sondern einen schweren H\u00f6rsturz. Das ist was Gr\u00f6\u00dferes \u2013 und da hilft leider nur Ruhe: auf die Ohren! Das war nat\u00fcrlich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":928,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8,11],"tags":[34,25],"class_list":{"0":"post-915","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-duke","8":"category-weblog","9":"tag-album","10":"tag-westwind","11":"czr-hentry"},"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/915"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=915"}],"version-history":[{"count":14,"href":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/915\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":934,"href":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/915\/revisions\/934"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/928"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=915"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=915"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=915"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}