{"id":391,"date":"2011-10-08T16:14:30","date_gmt":"2011-10-08T15:14:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/operation-gema-vermutung-des-musikpiraten-ev\/"},"modified":"2011-10-08T16:20:07","modified_gmt":"2011-10-08T15:20:07","slug":"operation-gema-vermutung-des-musikpiraten-ev","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.singvoegel.com\/index.php\/operation-gema-vermutung-des-musikpiraten-ev\/","title":{"rendered":"&#8222;Operation GEMA-Vermutung&#8220; des Musikpiraten e.V."},"content":{"rendered":"<p><em>Samstag, 8. Oktober 2011<\/em><\/p>\n<p>Der Verein <em>Musikpiraten e.V.<\/em> ruft Musiker, Komponisten, Texter, die nicht in der GEMA organisiert sind, auf, sich in einer Datenbank einzutragen, die ebensolche K\u00fcnstler erfassen m\u00f6chte. Ziel ist es u.a., damit zu zeigen, dass die sogenannte &#8222;GEMA-Vermutung&#8220; auf nicht mehr zutreffenden Annahmen beruht:<\/p>\n<p>-> <a href=\"http:\/\/musik.klarmachen-zum-aendern.de\/pressemitteilung\/2011\/10\/08\/operation_gema-vermutung-1255\" Target=\"_blank\">Operation &#8222;GEMA-Vermutung&#8220;<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Die GEMA behauptet, die Mehrheit der Urheber w\u00e4re bei ihr organisiert. Daraus leitet sie unter anderem das Recht ab, bei jeder CD-Produktion Auskunft zu verlangen, wer die Urheber der Lieder sind. Bei einer Namensgleichheit fordert sie Geld von dem Produzenten der CD. Dies erfolgt auch, wenn ein St\u00fcck diesen Namens von dem vermeintlichen Urheber bei der GEMA nicht angemeldet wurde. Begr\u00fcndet wird dies damit, dass der Urheber die Anmeldung ja vergessen haben k\u00f6nnte. Um die \u00dcberholtheit diese Vermutung zu beweisen, sammelt der Musikpiraten e.V. Daten von Urhebern, die gemafreie Musik produzieren. Ziel ist es, mehr als 64.778 Datens\u00e4tze zu sammeln, dies entspricht der Anzahl der GEMA-Mitglieder im Jahr 2010.<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\n&#8222;Wir halten diese Vermutung f\u00fcr nicht zeitgem\u00e4\u00df und vor allem rechtstaatlich nicht haltbar&#8220;, erkl\u00e4rt Christian Hufgard, 1. Vorsitzender der Musikpiraten. &#8222;Wenn die GEMA Geld f\u00fcr die Nutzung oder Verbreitung von Musik verlangt, dann ist es an ihr zu beweisen, dass sie daran die Rechte h\u00e4lt.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Die GEMA-Vermutung ist auch nach unserer Erfahrung ein gro\u00dfer Hemmschuh f\u00fcr kleine Veranstalter und Festivals, und in der Folge f\u00fcr &#8222;kleine&#8220; Bands, die auf solchen Veranstaltungen spielen m\u00f6chten, aber immer weniger Gelegenheiten vorfinden. Viele kleine Clubs haben von Musik auf &#8222;Comedy&#8220; oder &#8222;Kabarett&#8220; umgestellt (wenn sie \u00fcberhaupt noch existieren), kleine Festivals k\u00f6nnen sich kaum mehr finanzieren und werden zus\u00e4tzlich mit immer h\u00f6heren Kosten konfrontiert, mit dem Ergebnis, dass so etwas wie &#8222;Gagen&#8220; heutzutage eine aussterbende Ausnahme darstellt, nur mit viel Gl\u00fcck bekommt man \u00fcberhaupt Spesen bezahlt. Nicht, weil die Veranstalter das nicht wollten &#8211; die meisten k\u00f6nnen es schlicht nicht.<\/p>\n<p>Das alles hat freilich nicht ausschlie\u00dflich mit der GEMA-Vermutung und dem Aufwand und den Kosten zu tun, den diese verursacht, sondern mit der allgemeinen &#8222;Wertlosigkeit&#8220; von Kultur &#8211; selbst von popul\u00e4rer Kultur &#8211; in einer Gesellschaft, in der &#8222;Wert&#8220; gleichgesetzt ist mit &#8222;Geld&#8220;. <\/p>\n<p>Aber auch diese Entwicklung ist letztlich ironischerweise ein weiterer Grund daf\u00fcr, warum diese GEMA-Vermutung nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df ist: viele (&#8222;kleine&#8220;, unabh\u00e4ngige) Musiker haben und bekommen nichts von einer GEMA-Mitgliedschaft (um eine relevante Aussch\u00fcttung muss man Kriterien erf\u00fcllen, f\u00fcr die man es zu einem Grad &#8222;geschafft&#8220; haben muss, der f\u00fcr viele kleine Bands au\u00dferhalb jeglicher Realit\u00e4t liegt) und sind deshalb auch nicht mehr &#8222;automatisch&#8220; Mitglied in diesem Verein (es ist ein Verein, kein \u00f6ffentlich-rechtliches Amt, keine Beh\u00f6rde &#8211; dennoch gesteht man ihm mit der GEMA-Vermutung ein gesetzlich(!) festgeschriebenes Recht zu?). <\/p>\n<p>Ein kleiner Veranstalter, der f\u00fcr eine Band GEMA-Geb\u00fchr zahlen muss, kann der Band meist kaum noch eine Gage anbieten. Und die Band sieht im Zweifel aber von dieser Geb\u00fchr wenig bis gar nichts. Was effektiv hei\u00dft: man spielt umsonst, und die &#8222;Gage&#8220; geht an Gr\u00f6nemeyer oder Bohlen.<\/p>\n<p>Der Normalfall eines Musikers heute ist doch der, dass man eben nicht von der Musik, die man macht, leben kann. Die meisten haben einen &#8222;Brotjob&#8220;, oder halten sich mit Gelegenheitsjobs \u00fcber Wasser, bestenfalls gibt man Unterricht oder macht in kommerziellen Projekten (Tanzmucke etc.) wenigstens noch irgendwas mit Musik, aber von der eigenen  Musik leben? Das k\u00f6nnen doch die wenigsten. Und diese Musiker sind es, die die hier erfasst werden sollen. Denn letztlich gilt auch und gerade in den sehr prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen der &#8222;Kulturschaffenden&#8220; deutlich zu zeigen, wie es wirklich ist &#8211; denn auch hier gilt: We are the 99%! <\/p>\n<p>Ein weiterer Punkt, warum es heutzutage nicht mehr &#8222;automatisch&#8220; eine Option ist, in die GEMA einzutreten, wenn man eigene Musik macht, ist, dass man sich vieler heutiger M\u00f6glichkeiten beschneidet oder zumindest Einschr\u00e4nkungen in Kauf nehmen muss: CC-Tracks? Tracks zum freien Streamen herausgeben? Einen Youtube-Kanal betreiben? Alles teils unm\u00f6glich, teils mit viel Aufwand verbunden und der Gefahr, dass andere \u00c4rger kriegen (siehe die CC-Cd des Musikpiraten e.V., wo es ja nicht einmal um GEMA-Mitgliedschaften geht sondern solche nur ohne Pr\u00fcfung auf Richtigkeit &#8222;vermutet&#8220; wird).<\/p>\n<p>Darum unterst\u00fctzen wir (nicht nur weil ich im Vorstand des Vereins hocke ;-)) den Aufruf, sich in die Datenbank GEMA-freier K\u00fcnstler einzutragen, aufs heftigste.<\/p>\n<p>Zum einen, um deutlich machen zu k\u00f6nnen, dass die Annahme, auf der dieser veraltete Paragraph basiert, nicht mehr den Tatsachen entspricht und dieser deshalb gestrichen geh\u00f6rt, und in der Folge auch die GEMA Anspr\u00fcche, die sie erhebt, belegen muss, wie das in der &#8222;freien Wirtschaft&#8220; normalerweise \u00fcblich ist (und &#8222;Wirtschaft&#8220; will man ja sein, man redet ja in diesen Termini, wenn man Rechnungen schreibt, Gewinne ausweist und letztlich die ungleichen Aussch\u00fcttungen auf den wirtschaftlichen Erfolg basieren l\u00e4sst, den ein Musiker erzielt, indem der wirtschaftlich erfolgreiche auch die meisten Aussch\u00fcttungen zu erwarten hat,  etc. pp.).<\/p>\n<p>Sondern auch, weil so eine Datenbank am Ende f\u00fcr Veranstalter interessant werden kann: wenn man ein GEMA-freies Festival plant. Oder GEMA-freie Musik publizieren m\u00f6chte (freie Radiostationen, Musikportale, etc. fielen mir da ein). Oder Kooperationen zwischen Musikern stattfinden sollen, aber man freilich nicht pl\u00f6tzlich durch die GEMA-Mitgliedschaft eines Musikers, der &#8222;verga\u00df&#8220; das zu erw\u00e4hnen, GEMA-pflichtig werden will. Usw. usf.. Und so lange die GEMA-Vermutung noch existiert kann eine etablierte &#8222;GEMA-frei&#8220;-Datenbank es Veranstaltern, Bands und Musikern es einfacher machen, sich gegen GEMA-Forderungen zu wehren.<\/p>\n<p>-> <a href=\"http:\/\/musik.klarmachen-zum-aendern.de\/pressemitteilung\/2011\/10\/08\/operation_gema-vermutung-1255\" target=\"_blank\">Also: Musiker, Komponisten, Texter, die ihr nicht in der GEMA seid: Tragt euch ein. Tragt eure Projekte ein!<\/a> <\/p>\n<p><strong>Zeigt, wie viele wir wirklich sind! Man ist nicht erst Musiker, wenn man davon leben kann. Man ist Musiker, wenn und weil man Musik erschafft!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Samstag, 8. Oktober 2011 Der Verein Musikpiraten e.V. ruft Musiker, Komponisten, Texter, die nicht in der GEMA organisiert sind, auf, sich in einer Datenbank einzutragen, die ebensolche K\u00fcnstler erfassen m\u00f6chte. 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