Aus dem Nähkästchen 1


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Es dauert noch ein bisschen. Mit dem Album. Habt Ihr noch etwas Zeit? Wir, für unseren Teil, müssen welche haben. Zum einen, weil sich unser Produzent Ingo doch nicht nur einen Tinnitus zugezogen hat, sondern einen schweren Hörsturz. Das ist was Größeres – und da hilft leider nur Ruhe: auf die Ohren!

Das war natürlich nicht eingeplant – von niemandem. Zum Glück sind wir das gewöhnt. Nicht Hörstürze oder ähnlich erschreckende Unbill, sondern, dass Dinge Zeit brauchen. Wir arbeiten schon ziemlich lange an dieser Platte – da kommt’s jetzt auf ein paar weitere Wochen nicht sooo an. Natürlich fiebern wir dem finalen Mix entgegen. Aber dafür muss Ingo erstmal genesen. Zeit…

Wir schicken natürlich all die Pledge-Goodies an Euch raus, was wir schon verfügbar machen können – sind ja Eure! Wir wissen, was wir Euch verdanken. Und damit’s jetzt nicht ganz so langweilig wird mit der Warterei – ich hör Euch schon aufs Tischlein trommeln, nützt aber nix – erzähl ich Euch eine Geschichte. Die von der Platte „Westwind“. Wie das begann.

Was meint Ihr, wann? Dass wir auf ner dänischen Insel waren, wegen guter Luft für Karans Lungen und guter Atmo für uns alle, davon war in den letzten Wochen ja bereits viel die Rede. Da gab’s ja Beweise! George hat alles gefilmt! Und Euch gezeigt. Jedenfalls viel davon. Den Rest erzähl ich hier. Nicht, um anzugeben. Sondern um Euch mal so ganz innen rein gucken zu lassen.

Das, woraus jetzt Westwind wird, begann nicht auf Rømø. Dort machten wir die Aufnahmen. Die Arbeit an den Liedern begann im Februar letzten Jahres.

Ein neues Album ist immer auch eine Positionierung. Ein Weitermachen, ein Vorwärts. Manchmal werden wir gefragt, warum wir nicht einmal diesen oder jenen „alten“ Song auf ein neues Album nehmen. Ganz einfach: weil ein neues Album für uns ein Schritt weiter ist. Mit neuen Songs. Die „alten“ sind die Basis, die Erfahrung, die gestärkten Muskeln, Sehnen und Knochen, die uns ermöglichen, Dinge mit neuer Kraft und neuem Elan zu tun. Ein neues Album zum Beispiel. Das uns zeigt, wie wir jetzt sind. Was wir jetzt sind.

Also setzten wir uns hin und machten Songs. Rohe Skizzen. FAWM ist eine gute Gelegenheit dazu – jener weltweite Nichtwettbewerb mit dem Ziel N = m 14/28. Das meint: pro Nase möglichst 14 Lieder entwerfen – was immer mensch darunter versteht – in 28 Tagen. Also alle zwei Tage irgendwas „fertigkriegen“, was sich andere anhören können.

Ich hatte Ideen, die wollte ich klanglich ein bisschen illustrieren – es reichte mir diesmal nicht, einfach zur Klampfe was zu singen. Ich nahm mir die Zeit und schrieb Texte. Muss schnell gehen, mag ich schon mal nicht, aber für Instrumentals bin ich schon gar nicht so der Typ. Hab ja ein bisserl Routine mit der Verseschmiederei. Vertonen dauert eh länger bei mir: Nicht jeder Einfall führt zu vorführbaren Ergebnissen; manchmal probiert man stundenlang an was herum, dann ist der Tag vorbei und die Nacht auch, aber es ist nix bei raus- oder rumgekommen.

Ich geh ja mehr von Riffs aus als von Harmonik. Wenn mir ein Riff gefällt, spiel ich das so lange, bis ich es kann. Dann such ich das nächste: sollte dazupassen. Brauch noch eine Steigerung für den Refrain… Das meiste entsteht bei mir an der Gitarre. Wenn mir die Parts soweit ausreichend erscheinen – für einen Rohbau – nehm ich das auf.

Singe dann erst einmal den Text drüber, was vom Gesang her meist sehr schmutzig und schepps gerät fürs erste ungeübte Mal, aber diese Spur dient der Orientierung, dass ich bei weiteren Instrumentalparts, die ich noch dazuspiele, jeweils weiß, wo ich grad bin im Stück. So entsteht das Schicht für Schicht. Die eine Gitarre macht Lust auf eine zweite, die will auch erst erknobelt, grob eingeübt – und gleich aufgenommen werden, um zu hören, ob und wie’s funzt. Je nach Stück kümmere ich mich dann erst um Gesang oder um Bass.

Das Ganze bleibt ziemlich grob, viel Zeit ist ja nicht bis zum Upload. Den Mix muss ich mit meinem kleinen Netbook hinfummeln: seit Jahren mein einziger „Computer“. Unsere große 24-Spur-Aufnahmekonsole ist für eilige Skizzierwut viel zu umständlich in der Bedienung, 2009 haben wir mit dieser „Rappelkiste“ unser komplettes Album „Für Zeiten wie diese“ aufgenommen und sogar abgemischt.

Wenn ich zu Hause aufnehme, dann nutze ich das gute Stück natürlich noch immer – aber zum eigentlichen Mixen wandern die Einspielungen inzwischen Spur für Spur auf den Computer. Da lässt sich leichter arrangieren. Die Singvøgel-Mixe werden natürlich auf einem anderen Computer bearbeitet. Denn mein eigenes Netbook ist nunmal kein vollwertiger PC und zu schwach, selbst diese kleinen Versuchs-Arrangements mit ein paar Effekten in Echtzeit abzuspielen: Was nicht hinhaut, hör ich immer erst am Ergebnis, und wenn das zu grobe Fehler hat, geht die Blindmixerei von vorne los. Drei-vier Stunden sind da schnell rum: bloß um den Bass etwas weniger wummerig, den Beat deutlich genug, den Gesang hörbar zu kriegen – und wenigstens ahnen zu lassen, worauf die Gitarre eigentlich hinaus will, oder umgekehrt.

So und so ähnlich. Song für Song, Einfall für Einfall. Schlafen, Essen – sogar Sex wird zur Nebensache in solchen Phasen. Alles andere bleibt sowieso liegen in der Zeit.

Auf Facebook erklärt man mich für verschollen. Ich hoffe, das Finanzamt glaubt das auch. Allerletzte Steuererklärungs-Deadline war vorgestern. Ich hab noch zu tun. Ich hab keine Zeit für Existenzsorgen, ich bin Musiker. Wow, das Riff knallt! Aber der Bass mumpft schon wieder. Also „flugs“ nochmal von vorn! Oder kann ich das so lassen – für die Skizze? Es ist nachts halb vier, ich fummle seit 15 oder 16 Stunden zwischen Kabeln, Geräten, Instrumenten und Träumen herum, Bilder im Kopf, der Wein ist alle, meine Ohren klingeln.

Karan und Sven haben natürlich ihre eigenen Arbeitsweisen und nutzen den Februar ebenfalls, neue Lieder zu schreiben, zu texten – in dem Fall Karan, denn Sven beschränkt sich meist auf Instrumentals, außer er macht eine „Collaboration“, also einen Song zusammen mit anderen. Oft schon mit Karan.

Am Ende dieser intensiven Zeit des Komponierens und Textens jedenfalls standen wir mit etwa 30 neuen Songskizzen verschiedenster Qualitäten und Couleur da.

Ab März 2013 setzten wir uns dann an die Proben. Anprobe könnte man’s zunächst nennen – noch lang nix für Bühnenreife oder Plattenperfektion. Es war eh noch offen, was wir überhaupt auswählen würden für die Singvøgel, denn nicht alle diese Songs sind auch für die Band geeignet. Oder fürs Album. Bei einigen ist das schon recht eindeutig klar, bei anderen galt es, das genauer zu prüfen. Ob wir alle drei uns damit identifizieren können. Ob es zu uns passt. Singvøgel-Songs sind erst Singvøgel-Songs, wenn wir alle drei sie als „unser“ begreifen können.

Die nächste Aufgabe dann: die Songideen, auf die wir uns einigen konnten, fürs Trio zu arrangieren. Wir experimentieren herum – welche Instrumentierung taugt überhaupt für diesen oder jenen Song? Ausprobieren! Ganze Parts werden umgearbeitet, damit’s in unserer Besetzung spielbar wird. Ab und zu hat man ja auch Live-Auftritte, da können ein paar neue Songs nicht schaden.

Von den Arrangements der ersten Skizzen bleibt selten viel übrig – dafür entstehen um so bessere neue. Wenn sich jeder von uns einen Song, der bislang nur einem von uns entstammte, zu eigen gemacht hat, dann ist aus einem solchen Song ein gemeinsamer geworden. Ein Singvøgel-Song.

Der ist dann probereif. Wenn ein Gig ansteht, beginnt hier erst die eigentliche Arbeitsphase. Die erspar ich Euch hier. Die Tage vergehen wie im Flug. Und die Aufnahmen rücken näher. Und damit auch die Spannung, welche Songs denn am Ende auf dem Album landen werden. Denn in dieser Frage hat dann auch Ingo ein Wort mit zu reden. Er ist ja immerhin der Produzent.

Kurz vor der Abfahrt nach Dänemark spendierte ich meinen drei Gitarren und zwei Bässen neue Saiten. Gute Saiten kosten Geld. Aber gute Saiten sind wichtig, wenn man Aufnahmen möchte, auf denen ein Bass nicht nur näherungsweise nach Bass klingt. Die alten schepperten schon. Eine Marken-Mundharmonika hab ich mir auch noch geleistet.

In meiner Jugend kosteten die mal neun Mark und galten als Verschleißteile, man tauchte sie nach dem dritten Song ins Bier, blies noch ein Solo und schmiss sie dann weg. Aber mit denen nahm man ja auch keine Platte auf. Diese hier spricht tonal viel besser an als irgendwelche Plastikteile für dreifuffzig, die ich nimmer sehen, schmecken und hören mag. In Zukunft nur noch Marken-Bluesharps – bis jetzt hält die teure sogar durch!

Den Bandbus packten wir dann so voll, dass Sven den letzten Gitarrenständer mit Klebeband am Restgepäck fixieren musste, damit er beim Zuschlagen der Heckklappe nicht noch schnell wieder herausfiel. Dabei hätten wir uns einige schwere Teile schenken können – aber das wussten wir vorher nicht, auch wenn wir’s hier und da schon ahnten. Aber Rømø ist weit weg, was fehlt kann man da nicht mal eben holen gehen. Wir nahmen also mit, was irgendwie ins Auto passte. Zu fünft dann zwei Wochen auf einer kleinen dänischen Insel: wir drei Vøgel, Ingo als Produzent und George, der uns mit seinen diversen Kameras überall hin begleitete, auf dass wir später fürs Crowdfunding und für das ein oder andere Musikvideo Material haben. Das filmt und bearbeitet sich ja auch nicht von selbst.

Das komplette Gitarrensound-Equipment – fetter Verstärker mit einem ebenso fetten Koffer voller „Bodentreter“ und weiterer Geräte zum Klanganfetten – stand im Ferienhaus nur zu Demo- oder Übungszwecken im Eck herum. Genug Platz war ja dort! Ein kurzer Check hatte ergeben, dass die ganze Anlage für die eigentlichen Aufnahmen viel zu stark rauschte, brummte oder sonstige missliebige Zusatztönchen von sich gab. Live gehört das zur Atmo, aber auf Platten will sowas keiner hören. Jedenfalls nicht in dieser Intensität.

Auf „sauberes Signal“ achtend, stöpselt mir Ingo die Gitarre direkt ins Mischpult – und macht den endgültigen Sound mit seiner Studiosoftware. Virtuell krieg ich eine Ahnung davon in die Kopfhörer gespielt beim Aufnehmen – aber wie’s am Schluss wirklich klingen wird, entscheidet Ingo erst beim Abmischen. Also lange nach den Aufnahmen.

Wir hatten ja den Luxus, viele davon machen zu können. Nicht nur das Nötigste, sondern praktisch alles, was uns einfiel. Womit die einzelnen Parts zu den Songs gemeint sind.

Bei den Aufnahmen zur „Jetzt“, die wir ja noch im eigenen engen Proberaum einspielten – unter erheblichem Zeitdruck, aber nicht minder gut gelaunt – hatte Ingo zwei von den neun Tagen für technische Vorbereitungen aufgewendet, und nur ein Bruchteil davon war der Aufbau der Geräte selbst. Ein ganzer Tag ging drauf mit Verkabeln und Neuverkabeln – bis wirklich nichts mehr rauschte, brummte oder knisterte.

Auf Rømø hatten wir’s da etwas leichter – da war wohl auch das Stromnetz etwas störungsfreier als in meiner heimischen Bauernhaus-WG. Am großartigsten war die Raumfreiheit. Platz genug, jedes erdenkliche Setup aufzubauen – Schlagzeug, Klavier, Gitarren, Bässe, Mikrofone, alles in bequemem Abstand voneinander – und stehenlassen zu können, bis man es wieder brauchte!

Zum Essen und Klönen konnten wir uns ein paar Meter weiter in den ausgedehnten Wohnbereich reinlümmeln, ohne Gefahr zu laufen, über Kabel zu stolpern oder womöglich ein Instrument anzurempeln aus Versehen. Fylgiana, meine teure Akustikgitarre, eine Ovation Collector, fiel vor Jahren mal durch so ein Anrempeln aus dem Ständer und knallte auf Steinboden, ein Stück der Kopfplatte brach ab. Nur ein ästhetisches Manko – Glück gehabt.

Eins unserer dicken Röhrenmikrofone erwies sich im Studio Rømø als ganz kaputt – es krackste und spratzelte nur noch. Glücklicherweise hatten wir zwei davon, das andere war heil. Das kaputte erwies sich später als nicht reparierbar. Ich orderte seufzend ein baugleiches neues. Meine Gage für einen superschönen Gig in Österreich ging dafür drauf – aber ich bin froh, wieder ein taugliches Gesangsmikrofon zu haben. Gute Aufnahmen brauchen gutes Equipment. Und gutes Equipment bedeutet Kosten.

Ich flüstere Euch diese ganzen banalen Details, um einen atmosphärischen Eindruck zu vermitteln, was es heißen kann, „mal eben“ ein Album mit 12 Liedern aufzunehmen. Woher diese Lieder kommen, wie sie entstehen, was dafür aufgewendet wird, damit sie entstehen können – und sie dann irgendwann aus deinen Boxen dudeln: möglichst so, dass sie gefallen.

Extra ans Nordmeer zu fahren, um dort in Ruhe und guter Luft singen zu können, war speziell auch für Karan kein Luxus, sondern schiere Notwendigkeit, ihr Bestes geben zu können. Sie sang fantastisch. Hört’s Euch an.

Zwei Wochen ablenkungsfrei an den Songs arbeiten zu können, ohne über Kabel zu solpern, zwischen Übernachtungsplatz und Studio hin und herzufahren und damit Zeit zu verplempern, ohne uns gegenseitig auf den Füßen rumzustehen und mit der Möglichkeit, bei Bedarf auch mal kurz „raus“ zu gehen, in eine weite Landschaft, die es ermöglicht, sich den Kopf durchpusten zu lassen war kein Luxus – zwei Wochen intensive Aufnahmen, da reibt und knarzt es, speziell wenn drei – nein, vier sehr eigenwillige Persönlichkeiten zusammenkommen, um etwas gemeinsames zu erarbeiten. Das ist normal. Aber das gehört eben deshalb auch berücksichtigt.

Nach den Aufnahmen hatte Ingo 12 neue Songs auf der Festplatte. Das heißt: er hatte nicht 12 Songs. Er hatte hunderte einzelner Instrumentenaufnahmen. Schnell kamen – pro Song! – bis zu 5 Pianospuren, 3 Drumvarianten, 10 Gitarren, gezupft, geschlagen, anders gezupft, anders geschlagen, drei verschiedene akustische, mit 6 oder 12 Saiten, oder auch elektrische, hinzu. Dazu Bassspuren, 4-5 oder mehr Gesangsspuren. Flöten, Mundharmonikas und hier und da noch ein Shaker, Schellenkranz oder sonstige spezielle Instrumente. Ach ja, und die der Gastmusiker. Alex spielte ja ebenfalls einige Spuren auf diversen Gitarren ein, und eine Fiddle kam übers Internet von Ansgar dazu.

Jede dieser Spuren musste über den Sommer und Herbst entlang jetzt einzeln angehört werden und gesäubert. sie müssen auf Knackser, kleine Fehler oder Ungenauigkeiten geprüft werden, auch technisch müssen die Signale versäubert werden, die Frequenzen müssen stimmen. Um den eigentlichen Mix überhaupt beginnen zu können braucht es saubere Spuren, denn je mehr Spuren in einenm Mix zueinander finden, desto wichtiger wird es, dass diese sich nicht gegenseitig stören, auseinanderlaufen oder verschiedene Frequenzbereiche sich auf unangenehme Weise auslöschen, verstärken oder überlagern.

Erst wenn als diese Arbeit erledigt war konnte Ingo an den eigentlichen Mix gehen. Aus den zig Spuren und Varianten für jeden Songpart den „richtigen“ raussuchen. Ins Arrangement einpassen. Die gewünschte Dramaturgie des Songs damit aufbauen. Sie im Raum paltzieren. So dass sie alle transparent zu hören sind, aber dennoch ein Ganzes ergeben und dem Hörer eine Geschichte erzählen können. Dem Kopf, dem Bauch und dem Herzen gleichermaßen.

Wenn ein Projekt über einen so langen Zeitraum verläuft geht das nicht ohne ungeplante Dinge ab. Das Leben ist bekanntlich das, was passiert, während man ganz andere Pläne macht. Im Herbst wanderte Ingo aus Deutschland aus und zog auf die Philippinen, nach Manila. Daten um den halben Globus zu senden ist kein Problem, heutzutage, ob wir etwas nach Essen oder nach Manila schicken macht keinen Unterschied. Studioequipment allerdings muss auch heute noch auf dem selben Weg transportiert werden wie vor 200 Jahren: übers Meer. Gut, moderne Containerschiffe schaffen den Weg heute in Wochen und nicht mehr in halben oder ganzen Jahren. Aber 9 Wochen waren 9 Wochen.

Das Crowdfunding für Westwind – der Name des neuen Albums, den wir auf Rømø gefunden haben – oder besser: den Rømø uns schon regelrecht aufdrängte – startete im November letzten Jahres mit über einem Monat Verspätung zum ursprünglichen Zeitplan. Und es endete Mitte Februar diesen Jahres, also zu beinahe dem Zeitpunkt, an dem wir ein Jahr vorher mit der Arbeit an diesem Album begannen.

Mit der Unterstützung des Crowdfundings ermöglichtet ihr uns, das Album jetzt fertig stellen zu können. Die 3000 Euro, die darüber reinkamen, sind zur Hälfte schon ausgegeben, denn sie finanzieren auch einen Teil der Kosten für die Aufnahmen auf Rømø. Der andere Teil geht in die Produktion der physikalischen CD: Glasmaster, Pressung, Digipak, Booklet, Konfektionierung. Sobald die Songs fertig gemastert sind. Das Presswerk steht in den Startlöchern.

Aus Atlantis StillWir sind natürlich dennoch nicht untätig. Wir konnten die Künstlerin Diana Kennedy gewinnen, uns ein Zeichentick-Video zu „Aus Atlantis“ zu machen. Die ersten Stills haben wir schon gesehen, das wird atemberaubend, ihr werdet sehen! Darüber werden wir aber zu einer anderen Zeit noch ausführlicher berichten.

Wann das Album erscheint, hängt jetzt von Ingos Genesung ab – aber sobald es in seinen Gehörgängen nicht mehr rauscht, piepst oder sonstwie sprackselt, wird er nochmals mehrere Tage und Nächte lang an den Songs feinjustieren und seinem Zaubercockpit alles entlocken, was er kann, um unseren Liedern den Glanz und auch Druck zu verleihen, den die Ideen dahinter verdient haben.

„In unserem Alter singt man nicht mehr irgendwas“ – das ist weniger eine Werbezeile, sondern schlicht ernst gemeint.
 

 
Musikmachen ist im Grunde ein kompletter Irrsinn. Es bestimmt dein Leben – oder du machst es eben nur nebenbei, als „Hobby“. Ich weiß oft nicht, wovon ich leben soll – aber solang ich weiß, wofür, glaube ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Die Singvøgel gibt es dem Namen nach jetzt seit über 10 Jahren, anfangs tingelten Karan und ich unter diesem Namen als launig-verschrobenes Duo durch Clubs und einige sehr merkwürdige Orte (wo wir zuweilen wunderbare Menschen trafen), hinterließen Songs an Lagerfeuern, die heute noch gern gespielt werden (auch ohne uns).

Seit Sven auf ersten Dreier-Sessions 2006, bei denen er uns „eigentlich“ nur perkussiv unterstützen wollte, Stück für Stück sein Schlagzeug aufzubauen begann, wurden wir die Rockband, die ihr heute kennt. Keine von der Stange. Wir bekamen 2007 ein hübsches Portrait auf ARTE TV und hatten einen bombigen Live-Einstieg vor jubelnden Fans in der Wiener Arena – lang her, und viel ist passiert seitdem. Womit ich nur sagen will: Wir haben einiges mitgemacht miteinander, das dürft Ihr uns glauben. All das wird man auch auf unserem neuen Album hören. Wer wir sind, woher wir kommen, und wohin wir wollen.

Die Welt geht seit Jahren unter, und wir leben, komponieren, texten, singen, spielen und trommeln noch immer – und immer weiter, mit ganzem Herzblut! Dank Eurer Unterstützung, Eurem Feedback, Euren ermutigenden Blicken, Worten und Taten. Wir täten das auch, wenn es uns verboten würde. Wir haben alle unsere eigene Laufbahn. Da sehen und erleben wir merkwürdige Sachen. Rauch und Feuer in Gorleben vor ein paar Jahren, zum Beispiel. Auch einer dieser „Plätze himmlischen Friedens“ – woanders brennt’s noch mehr und viel ärger, aber weder die Ukraine noch Syrien sind heutzutage wirklich weit weg.

Wir leben in aufregenden Zeiten. Lasst uns was draus machen. Für uns und Euch jetzt erstmal „Westwind“. Dann sehen wir weiter. Bleibt beherzt, habt Vertrauen, bewahrt Eure Träume – oder träumt neu. Wir liefern Euch Lieder, die tropfen und glänzen, lachen und weinen. Wir meinen’s ernst. Habt Spaß. Und habt Dank!

tl;dr: Musikmachen ist derart aufwendig, dass es sich lohnt, dafür zu leben. Mit Fans wie Euch erst recht.

 
 

–> Alle Beiträge zum neuen Album WESTWIND


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