Abendland 2


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Der Turm aus Elfenbein ist eingestürzt.
Die Weisheit stolpert heimatlos durch’s Land.
Und wenn sie bittet um ein Nachtquartier
wird sie fast nirgends mehr erkannt.

Das Maß der Dinge ist zerbrochen
am harten Streben nach Gewinn.
Es zählt die Sucht nach neuen Sachen
mehr als die Suche nach dem Sinn.

Abendland, es wird dunkel,
Abendland, es wird Nacht.

Ich such mein Heil in alten Büchern
und finde Staub und Sternenlicht,
das Echo längst verklungener Stimmen,
doch warmes Leben find ich nicht.

Ich lauf durch regennasse Straßen,
die Weisheit hockt am Wegesrand
inmitten von Papier und Scherben,
ich hätt sie beinah nicht erkannt.

Abendland, du bist dunkel,
Abendland, es ist Nacht.

Da brennt ein Feuer aus Pamphleten
aus Illusionen alter Macht,
die Weisheit wärmt sich ihre Hände,
die Funken stieben in die Nacht.

Sie sagt: ich werde ewig leben,
brauch keinen Thron und kein Podest,
ich laß mich auf der Straße finden,
solange ihr mich nicht vergeßt.

Abendland, es wird Morgen,
Abendland, irgendwann …

Irgendwann wird es Morgen,
Abendland, irgendwann …

Musik: Singvøgel, Text: Karan, 2013


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2 Gedanken zu “Abendland