Den Neonazis den Saft abdrehen… 2


19. Dezember 2006, um 21:03 Uhr

… wollen die Jungen Linken Lippstadt: Am 23. Dezember soll dort in der Gaststätte „Zum Hubertus“ ein Konzert mit der Böhse Onkelz-Cover-Band „Falsche Propheten“ und der Metalband „Kältetod“ stattfinden. Hinter der verbirgt sich jedoch die in der Neonazi-Szene einschlägig bekannte Band „Bloodrevenge“.

Die Strategie der Neonazis von „Bloodrevenge“ ist einfach und sie scheint aufzugehen: Unter dem Namen „Bloodrevenge“ bzw. „Projekt Vril“ tritt man auf den konspirativ organisierten Konzerten der Szene auf. Dort spielt man zusammen mit Rechtsrock-Größen wie „Oidoxie“ oder „Hauptkampflinie“. Die eigene politische Gesinnung muss man nicht verstecken.
In lokalen Gefilden allerdings wird bewusst das Pseudonym „Kältetod“ gewählt. Auf den ersten Blick wirkt die Gruppe wie eine unpolitische Metalband, die lediglich mystisch aufgeladene, völkisch-heidnische Inhalte in gemäßigter Form propagiert. So versucht man Leute anzusprechen, die von allzu offensichtlicher Nazipropaganda vielleicht eher abgeschreckt wären. Das Programm der „Falschen Propheten“ lockt sicherlich einige Jugendliche zu den Konzerten.

(Hervorhebung von mir.)

Hier zeigt sich wieder einmal daß eine „unpolitische“ Haltung (in diesem Fall jene der unbedarften Zuhörer) nur allzu leicht für extremistische Zwecke instrumentalisiert werden kann. Und daß es immer wieder nötig ist, solche Zusammenhänge aufzudecken. Und nicht einfach geschehen zu lassen, sondern dagegen aktiv zu werden, wie in Lippstadt geplant:

Zur Zeit formiert sich ein Bündnis gegen Rechts, das zum Protest gegen das Rechtsrock-Konzert aufruft. Der Betreiber der Gaststätte „Zum Hubertus“ wird aufgefordert, das Konzert abzusagen und in Zukunft Rechtsextremisten keinen Raum mehr zu bieten.
Um der Forderung den nötigen Nachdruck zu verleihen, findet eine antifaschistische Demonstration statt, die am 23.12. um 19 Uhr am Lippstädter Bahnhof beginnen wird.

Nachtrag:
Die Gegendemonstration hat stattgefunden, hier gibt es einen Bericht darüber.


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2 Gedanken zu “Den Neonazis den Saft abdrehen…

  • Sven

    Das alte Problem: man muss sich schon für ein paar Sachen interessieren, auch wenn sie einen nicht interessieren, denn da gibt es welche, die sich für einen interessieren und einen schnell instrumentalisieren, wenn man sich dafür nicht interessiert…

  • Andi

    Ein weiteres Beispiel für den Standpunkt von Politikern und Werbemanagern (eigentlich kaum ein Unterschied):"Wenn es nicht im Fernsehen kommt, dann ist nie passiert."Nicht einschlafen, wach bleiben!!!