Feuersang 7


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Sie trafen sich auf einer Lichtung. Es waren nur noch wenige. Die Zeit hatte ihre Spuren in die Gesichter gegraben, wie in die Erinnerungen. Doch ihre Augen leuchteten ungebrochen. Sie wußten, wofür sie da standen – jetzt galt es, weiterzumachen. Und als der erste Scheit loderte, sangen sie.

…Für den Wind, für das Gras, für die Berge
Für den Fluß unserer Tränen, das Blut
Für die Götter, die Elfen, die Menschen und Zwerge
Gemeinsam geschaffenes Gut…

Es war eine harte Zeit gewesen. Aber trotzdem – oder gerade deswegen – sangen sie. Sie hatten vieles verloren. Und manch einer von ihnen war nicht mehr dabei.

…Für die Sau, für den Baum unserer Ahnen
Horn und Huf, Hand und Herz, Schwanz und Fut
Für die Kinder der Erde, in all unserer Namen
Der Asche entsteigenden Glut…

Das Feuer flackerte hoch, beschien alte Sehnsüchte. Jemand trat eine Kippe aus. Jemand hustete. Hände fanden sich, faßten ineinander. Wind blies. Menschen maßen, was sie miteinander geteilt hatten. Wieder und wieder. Von fern ertönte ein Krähenschrei.

…Für den Klang, für den Sang, helles Feuer
Für den Tanz heiß gerittener Nacht
Für den Kampf mit dem häßlichsten Ich-Ungeheuer
Und seine Verwandlung in Pracht…

Als anderntags Wanderer auf den Tanzplatz kamen, fanden sie ein vergessenes Amulett. Es war ein Ritzzeichen in Holz, ein kleines Eibenscheibchen. Das Lederband daran war zerrissen. Ein Kind wollte es einstecken. Die Erwachsenen verboten es ihm. Als sie den Platz verließen, rollte trockener Donner. Eine Nachtigall sang. Ein Eichhörnchen huschte. Und als das Kind erwachsen geworden war, suchte es die Leute von der Lichtung. Doch dies ist eine andere Geschichte. Vielleicht aber auch: immer diesselbe. Sie geschieht jetzt, geschieht übermorgen. So wie vor 36.000 Jahren.

Für den Wind, für das Gras, für die Berge…

 

Musik: Karan
Text: Duke Meyer
© Die Singvøgel 2004

Bühnenversion Singvøgel: Gitarre, Sprache, Schlagzeug, Gesang


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