Wir machen Lärm!


21. Februar 2008, um 09:59 Uhr

Und alles, was davon über 85 dB hinausgeht, ist seit ein paar Tagen verboten, so sagt zumindest die soeben auch für Musiker in Kraft getretene europäische Lärm- und Vibrationsarbeitsschutzverordnung.

Was sollen wir nun machen?

Unser Publikum zwangsverohrstöpseln?
Schlagzeug und Lautsprecher in Daunendecken packen?
Duke knebeln? (Er schafft die Überschreitung der Grenzwerte bestimmt auch ohne Verstärkung…)

Konstruktive Vorschläge werden gerne entgegengenommen! 😉

Der Dirigent der Nürnberger Symphoniker reagierte in der heutigen Ausgabe von „Quer“ jedenfalls deutlich verschnupft: „Die Kunst muß frei bleiben.“

Recht hat er.

Unbestritten: druckvolle Dauerbeschallung schädigt das Gehör (ich merk’s ja selber schon…). Das läßt sich aber nicht wirklich vermeiden. Becken sind eben laut. Klassische (Blas)-instrumente übrigens ebenso – ein normal geblasenes Horn schafft locker über 90 dB. Wir reden hier also über ein zwar bedauerliches, aber der Natur der Sache Musik nun einmal innewohnendes Berufsrisiko.

Und sollte die Politik sich tatsächlich um das gesundheitliche Wohl der MusikerInnen sorgen, dann möge sie sich bitteschön was besseres einfallen lassen als so einen kulturtötenden Verordnungs-Schwachsinn, der eh nur auf dem Papier einzuhalten ist. Im Gesundheitssystem liegt genügend im Argen, woran sich die Herren und Damen Verordner zur Abwechslung mal konstruktiv austoben könnten. So sie denn wollten.

Ich befürchte allerdings, es geht sowieso nur um ein Vorantreiben der aktuellen Orwellisierung…

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